Rückblick Bewerbungshomepage

Der Beginn des Fernunterrichts war gleichzeitig eine gute Überprüfungsmöglichkeit für die Qualität der konzipierten Materialien zum selbstständigen Erstellen und Designen der Bewerbungshomepage. Folgend werden zentrale Erkenntnisse aus der Arbeit zusammengefasst, wobei ich auch die Lernenden selbst zu Wort kommen lassen möchte.

  • Stichwort: Selbstständiges Arbeiten & Einsatz des Dossiers

Im Grossen und Ganzen gelang es meinen Schülerinnen und Schülern gut, die Aufträge in Eigenregie zu erledigen. Hervorheben möchte ich jedoch, dass es sich hierbei um eine eher leistungsstarke Sekundarklasse Niveau A handelt, die bereits viel Vorwissen im Bereich des selbstständigen Arbeitens mitbringt. Mit anderen Klassen aus tieferen Niveaus hätte ich wohl gewisse Sequenzen geführter gemacht und deutlich weniger Text-Input bei den Aufgaben gegeben.
Die Lernenden orientierten sich am ausgehändigten Dossier und erforschten die Möglichkeiten meist intuitiv. Hie und da wurden Erklärvideos auf YouTube oder die Support-Seite des Webseiten-Anbieters konsultiert.

Die individuellen und anonymisierten Antworten auf die Frage «Wie erging es dir bei der selbstständigen Arbeit mit dem Dossier?» finden Sie hier.

  • Zeitlicher Aufwand

Während des Unterrichts investierten wir zwischen 12-14 Lektionen für das Erstellen der Bewerbungshomepage. Je nach Lern- und Arbeitstempo investierten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Zeit, um die Homepage sprachlich oder gestalterisch zu optimieren. Ungefähr die Hälfte der Klasse wurde während den 12-14 Unterrichtslektionen fertig, ohne zusätzlichen Aufwand (Stichwort: Selbstständige Hausaufgaben gemäss Arbeitsplan).

  • Kompetenzerwerb

Der verantwortungsbewusste und sensible Umgang mit eigenen Informationen im Internet wurde durch das Erstellen der Homepage gefördert. Die Schüler/innen lernten exemplarisch, wie sie sich digital professionell und adressatenorientiert präsentieren können. Die Lernenden konnten dadurch die vorherrschende Medienlandschaft besser verstehen, sie nutzten digitale Werkzeuge eigenständig und kritisch und hinterfragten dabei die sich bietenden Chancen und Risiken.

Zu erwähnen ist hier sicherlich auch, dass die Bandbreite bezüglich der Qualität der eingereichten Arbeiten im Rahmen des Üblichen war. Es zeigte sich schliesslich, wer lediglich das geforderte Minimum investierte und wer sich äusserst motiviert und intensiv engagiert hat. Es gab sowohl qualitativ ungenügende Arbeiten, die man auf diese Weise nicht gewinnbringend für den Bewerbungsprozess nutzen kann, als auch beeindruckende und äusserst professionelle Arbeiten.

Bei der Selbstreflexion zum eigenen Kompetenzerwerb zeigte sich bei vielen Lernenden, dass sie sowohl Kernkompetenzen aus dem Fach Deutsch wie auch aus dem Bereich «Medien und Informatik» erwerben und vertiefen konnten.

Die individuellen und anonymisierten Antworten auf die Frage «Was hast du konkret durch die eigene Arbeit an der Homepage gelernt?» finden Sie hier.

  • Mögliche Stolpersteine und Optimierungsmöglichkeiten

Zu Überprüfen bleibt beim Einsatz des Dossiers die Aktualität der Angaben, da sich die Webseiten-Anbieter ständig weiterentwickeln und die Websites mit neuen Features ergänzen. Das eigentliche Konzept bleibt meist mehrheitlich bestehen.

Unterschiede zeigten sich auch bei der Hardware der Lernenden. Wer an einem eigenen Computer mit grossem Bildschirm arbeiten konnte, hatte es leichter, als die Schüler/innen, die lediglich ihr Tablet zur Verfügung hatten.

Des Weiteren ist das Dossier sehr textlastig und bedingt genaues Lesen und strukturiertes Vorgehen. Gewisse Schüler/innen waren hier bezüglich Lesekompetenz und Selbstständigkeit teilweise überfordert.

Die individuellen und anonymisierten Antworten auf die Frage «Was würdest du optimieren/ändern?» finden Sie hier.

  • Und nun….Wie weiter?

Ob die Homepage und die eigene Visitenkarte schliesslich im Ernstfall eingesetzt werden, wird sich erst noch zeigen. Mehr als die Hälfte der Lernenden wird die Homepage definitiv oder eventuell für den Bewerbungsprozess nutzen. Hier wird sich auch zeigen, ob die Schülerinnen und Schüler die Tipps aus dem kriterienorientierten Schüler- und Lehrpersonenfeedback aufgreifen und umsetzen werden.

Sek eins Höfe – Lernen vom Homeoffice der Schülerinnen und Schüler aus

Wie alle Schulen der Schweiz waren auch wir als Sek eins Höfe gezwungen unsere Schulen zu schliessen und uns zu überlegen, wie wir einen Unterricht, ein Lernen, organisieren können, ohne dass unsere Schülerinnen und Schüler physisch zur Schule kommen können.
Wirklich überrascht waren wir von der drastischen Massnahme nicht und hatten bereits in der Woche vor der Schulschliessung einen Test-Fernunterrichtstag für den Dienstag, 17.3.20, organisiert und kommuniziert. Wie nur allzu gut bekannt, wurden wir aber doch noch von der Realität überrollt.

Am Montag, 16.3.20 wurden die Schulen geschlossen und bereits an diesen Montag konnten wir unseren Fernunterricht um 10.00 Uhr starten. Drei Tage später dürfen wir eine erste kurze, sehr positive Zwischenbilanz ziehen und dürfen sagen, der Fernunterricht ist gut angelaufen. Dabei sind uns nicht nur die Vorbereitungen für den Test-Fernunterrichtstag zu Gute gekommen, vielmehr sind es vermutlich die langjährigen vielfältigen Investitionen in die ICT-Infrastruktur und den Aufbau der entsprechenden Kompetenzen auf Ebene Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen, welche in dieser Situation besonders nützlich sind. Seit vier Jahren besitzen alle unsere Schülerinnen und Schüler ihr persönliches Tablet (Convertible), was allen zu Gute kommt.

Wie arbeiten wir im Fernunterricht
Für den Start haben wir uns auf einen Rahmen festgelegt, welcher auch von den Jugendlichen eine vorgegebene, regelmässige Präsenz verlangt und ihnen – und vielleicht auch den Familien – eine Struktur gibt. In drei Blöcken von 8.15-9.30, 10.00-11.30 und 13.30-15.00 Uhr arbeiten die Schülerinnen meist eingeloggt alleine von zu Hause aus. Gleichzeitig sind zu diesen Zeiten auch die Lehrpersonen online und unterstützen die Jugendlichen bei ihrem Lernen.
Bewusst haben wir in der Ausgestaltung unterschiedliche Wege offengelassen, um auch vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten. Auf der Grundlage von Office 365 (Teams, OneNote, OneDrive, Forms …) und wenigen Zusatztools wie z. B. Learningview ist der Online-Unterricht aufgebaut worden.

Stundenplan Fernunterricht (I. Valsecchi)

Material und Aufträge bereitstellen
Unterrichtsmaterialien und Aufträge werden in verschiedenen Kombinationen von MS Teams, OneNote, OneDrive oder Learningview ausschliesslich digital zur Verfügung gestellt. In die Aufträge werden auch Online-Angebote von Lernplattformen wie Lernpass plus – wo wir Pilotschule sind –mathclips, von Plattformen der Lehrmittel oder sonstige online-Quellen wie Bildungsfernsehen, youtube oder von Bildungsservern eingebaut.

Learningview: Kurs NT (C. Jäger)

Kommunikation, Lernbegleitung
Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur einfach zu Hause alleine die gestellten Aufgaben erledigen. Vielmehr soll kollaborativ zusammen mit Lehrpersonen und Mitschülerinnen und Mitschülern gelernt werden. Gemeinsame Online-Zeiten und entsprechende Kommunikationstools sind uns für den Start wichtig. Dazu eignet sich MS Teams, welches wir schon in den ersten Schulwochen im Rahmen der Tabletabgabe an den ersten Klasse einführen, sehr gut für die Kommunikation und den Austausch.

Kommunikation In Teams (I. Valsecchi)

Abgeben von Arbeiten Kontrollen
Die Aufgaben werden in beschreibender Weise z.B. direkt in einen entsprechenden Kanal in Teams geschrieben oder häufiger direkt als Aufgaben in Teams, OneNote und Learningview definiert. Diese Tools haben den Vorteil, dass man Aufgaben terminieren kann und die Jugendlichen die erledigten Arbeiten einfach abgeben und als erledigt markieren können. Die Lehrperson behält die Übersicht und kann abgegebene Aufgaben kontrollieren, kommentieren und je nach dem zurückgeben. Mittels Learningview können auch ganze Arbeitspläne gut elektronisch und übersichtlich umgesetzt werden. Zudem können die Schülerinnen und Schüler z. B. auch gerade mit dem Handy sehr einfach Dokumente, Video-, Audio- oder Bilddateien als Produkte oder Beweise abgeben.

Learningview: Abgabeübersicht – ohne Namen (C. Jäger)

Alles zusammen = Fernunterricht
In Zusammensetzung von allen Elementen sind verschiedene Formen von Fernunterricht entstanden. Zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und Aufträgen kommen die genannten Tools in den Einsatz. Für die Lernbegleitung und Kommunikation steht bei fast allen MS Teams im Vordergrund. Teams wird vielfältig genutzt. So ist die Chatfunktion im Zweieraustausch zwischen Lernenden oder zwischen Lernenden und der Lehrperson einfach und praktisch. Es kann auch mit grösseren oder kleineren Gruppen im Chat gearbeitet werden. Hier gewisse Spielregeln abzumachen, ist sehr zu empfehlen. Das Gleiche gilt auch für die Video oder Telefonfunktion von Teams. So ist es bei grösseren Gruppen sinnvoll, das Mikrofon auf Aus zu stellen, wenn man nicht spricht.
Teams kann aber noch viel mehr, Besprechungstermine werden abgemacht und sehr praktisch ist es, für alle den Bildschirm zu teilen. So können beliebige eigene Bildschirminhalte für den Kollegen, für die Schülerin oder auch für grössere Gruppen angezeigt, besprochen und bearbeitet werden. Nimmt Programme wie Whiteboard oder OneNote kann auch sehr gut mit Stift an einem digitalen Whiteboard auf dem Tabletbildschirm geschrieben, gezeichnet und erklärt werden. Die Steuerung auf das angezeigte Dokument kann auch übertragenwerden, so dass Besprochenes gemeinsam live entwickelt werden kann.
Die Jugendlichen setzen in der Zusammenarbeit untereinander auch ihre Mobiltelefone mit den entsprechenden, bekannten Apps ein. Mittels der Kameras des Schulzimmerpresenters oder des Tablets könnten eigentliche Liveunterrichtssequenzen gezeigt werden. Sollte dies stärker im Vordergrund stehen sind insbesondere gute Mikrofone (Headsets) zu überlegen. Generell raten wir bis jetzt eher ab, zu viele eigene Tutorials, Erklärdokumente … zu entwickeln. Vieles und vielleicht auch Besseres gibt bereits im Netz oder im Angebot. Es ist besser, die Zeit in die Zusammenstellung/Organisation der Unterrichtssettings und in das Begleiten der Lernprozesse zu setzen.
Ein Teil der Lehrpersonen organisiert den Fernunterricht so, dass die ganze Klasse zu den abgemachten Zeiten in einem bestimmten Fach, z.B. der Mathematik arbeiten und auch die Mathelehrerin gleichzeitig online unterstützt. Andere definieren die Aufträge und die Jugendlichen planen in dieser Lernatelierform selbstständig, wann sie, welche Aufträge, aus welchen Fächern erledigen und sehen auf dem Plan, wann welche Lehrperson online zur Verfügung steht. Beide Formen haben ihre Stärken. Gut eingeführt, sollten aber zunehmend auch freiere Gefässe Platz finden. Aufwändigere Fernunterrichtsarrangements sind mit leistungsstarken Klassen tendenziell einfacher durchzuführen. Es gibt bei uns aber auch leistungsschwächere Klassen, welche durch entsprechende Einführungen und vorangegangenem Einsatz im Unterricht durchaus auch sehr vielfältig und anspruchsvoll mit ihren Klassen digital unterwegs sind.

Organisation des Lernens in OneNote (i. Valsecchi)

Datenschutz
Gerade wenn mit Videochat oder Live-Unterricht gearbeitet wird, muss auf den Personen- und Datenschutz hingewiesen werden und Regeln wie z. B. unerlaubtes Filmen, welche im Schulhaus gültig sind, gelten auch im Fernunterricht. Alle Beteiligten müssen sich der Verantwortung und der Risiken bewusst sein.

Test und Lernkontrollen
In dieser kurzen Zeit standen Lernkontrollen noch nicht im Vordergrund. Es sind aber unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden und geplant, Lernkontrollen – im Sinne von Erfolgskontrollen – durchzuführen. So können Arbeiten abgegeben werden, mittels MS Forms können Online-Lernüberprüfungen zusammengestellt werden, Schüler könnten per Audio/Video befragt werden. Aus jetziger Sicht ist es aber problematisch, Noten zu erteilen, da deren Validität sicher umstritten wäre. Besser ist es hier, auf kantonale Vorgaben zu warten, was bezüglich Beurteilung, Promotion und Zeugnis angedacht ist.

Einbau von Sport, Musik teGe, texGe, bGe, WAH, Wahlfächern und Projektunterricht
Die Fachlehrpersonen dieser Fächer sprechen sich ab und integrieren ihre Aufträge in die Pläne. Vielleicht mag es auf den ersten Blick nicht augenscheinlich sein, wie solche Aufträge zu gestalten sind. Unterschätzen wir die Kreativität der Lehrpersonen nicht. Landart im Wald und per Bilder dokumentieren, Theorie- und Kochaufträge im WAH, Musik in den Onlinealltag einbringen ist sehr wichtig. Unsere Sportlehrpersonen haben sich Sportsequenzen überlegt, welche täglich vor oder nach dem Fernunterricht oder auch direkt in den Online-Unterricht integriert werden. Ebenso sind freiere fächerübergreifende Projekte geplant.

Technik – ICT
Die Technik hat mit Beginn des Fernunterrrichts fast ausnahmslos gut funktioniert. Begünstigt hat diesen Umstand, dass die meisten Schülerinnen und Schüler bereits gewohnt sind, die eingesetzten Tools im Unterricht zu verwenden.
Die Sek eins Höfe hat schon früh begonnen, die ICT in den Unterricht und in die Organisation einzubauen. Seit vier Jahren arbeiten die Schülerinnen und Schüler in einer 1:1 Ausstattung mit Tablets (Convertible). Die Schulzimmer verfügen über eine interaktive Präsentationstechnik. Der technische und pädagogische Support unterstützt die Lehrpersonen im Einsatz der elektronischen Mittel.

Lehrpersonen
Für die Lehrpersonen ist die Organisation des Fernunterrichts eine grosse Herausforderung. Das Grundsätzliche wurde aber auch in Anbetracht der Umstände kaum hinterfragt und Fernunterricht durchaus auch als motivierende Challenge angegangen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Lehrpersonen sind auch an unserer Schule z. T. gross. Es gibt Lehrpersonen oder Unterrichtsteams, welche fast nahtlos vom Regel- in den Fernunterricht wechseln konnten. Andere haben die Tablets im Unterricht vor allem als Hilfsmittel zur Recherche und zum Herstellen von Dokumenten oder dem Nutzen von Online-Angeboten eingesetzt. Eigentliche digitale Unterrichtssettings waren aber eher neu. Zu digitalem Lernen boten wir bisher auch schon Workshops an. In der jetzigen Situation haben wir vor allem auf zahlreiche Online-Angebote (Tutorials…) hingewiesen, welche Programme und Möglichkeiten erklärten. Die Lehrpersonen haben sich mit grossem Einsatz in den Fernunterricht eingegeben und fast alle sind je von ihrem Startpunkt her, in den Fernunterricht eingestiegen und habe ihre Methoden verfeinert oder erweitert. Insbesondere sind aus der Not heraus, die Austausch- und Kommunikationsformen in der Begleitung des Lernens der Jugendlichen ausgebaut worden. Die kollegiale Unterstützung in diesen Prozessen ist sehr wichtig. Erfreulich ist, dass die meisten Bemühungen gut gelungen sind und das Fernlernen soweit funktioniert. Es ist ein Ziel, dass wir bei stetiger Weiterentwicklung arbeitsbelastungsmässig in eine normale Situation übergehen können.

Schülerinnen und Schüler
Sie stehen natürlich im Zentrum und sollen auch trotz Schulschliessung die Möglichkeit haben, gut zu lernen. Aus unserer Sicht sind die meisten Jugendlichen motiviert in den Fernunterricht eingestiegen und die Möglichkeit von «zuhause aus in die Schule» gehen zu können hat mindestens bis jetzt auch etwas Reizvolles. Mit der Technik kommen sie mehrheitlich gut zurecht und können die Aufträge erledigen und nützen die direkten Austauschmöglichkeiten mit ihren Lehrpersonen gut. Sicher sind Schülerinnen und Schüler, welche aus verschiedenen Gründen, erschwerte Voraussetzungen mitbringen, besonders gefordert und es ist ein Thema, welches wir im Auge behalten müssen.

Eltern
Seitens der Eltern haben wir bis jetzt fast ausnahmslos positive Rückmeldungen für den Start bekommen. Im «Normalbetrieb» kann es, so hoffen wir, für die Familien hilfreich sein, dass ihre Oberstufenkinder in klaren, vorgegeben Strukturen selbstständig arbeiten, lernen können und beschäftigt sind. In den Familien sind aber auch jetzt schon zum Teil und vermutlich leider zunehmend schwierige und belastende Situationen vorhanden. Vermutlich die meisten Familien sind in diesen Zeiten mit vielfältigen Ansprüchen und Belastungen sehr gefordert, so dass die Situation mit zunehmender Zeitdauer fast für alle schwieriger werden kann. Mit einer kurzen Online-Befragung versuchen wir schon in der ersten Woche ein kurzes Feedback einzuholen.

Einige Gelingensbedingungen

  • gut ausgebaute digitale Infrastruktur
  • Ausgebildete und im Umgang gewohnte Lehrpersonen
  • Technischer und pädagogischer Support
  • Unterrichtssettings, welche digitale Hilfsmittel gut integrieren sind bereits etabliert
  • Schülerinnen und Schüler sind sich gewohnt, auch selbstständig zu arbeiten
  • Eher wenige aber gut genutzte und bekannte Tools (gemeinsame Strategie der Schule)

Ausblick

Bei aller Motivation für den Fernunterricht sind die Gedanken aber vor allem auch bei der schwierigen Situation, in der wir uns als Gesellschaft befinden. So dass ganz andere Themen als das schulische Lernen in den Vordergrund rücken können.

Bezogen auf den Fernunterricht freuen wir uns über den motivierenden, gut gelungen Einstieg ins Dinstance Learning. In den nächsten Tagen oder vermutlich leider während vielen Wochen wird es Anpassungen geben. Asynchrones Lernen rückt vielleicht stärker in den Vordergrund. Ob fixe, doch recht umfangreiche Blockarbeitszeiten realistisch und zielführend sind, gilt es zu beobachten. Insbesondere wird die Situation für einzelne Schülerinnen und Schüler, Familien, aber auch für Lehrperson schwierig. Wie können wir dies berücksichtigen? Wie können wir die Lernenden auch langfristig gut begleiten und ihnen Hilfen und Strukturen bieten?

Bezüglich des digitalen Lernens und des Fernunterrichts, der Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler wird diese schwierige Phase sicher auch intensive und spannende Entwicklungen im Schulbereich forcieren.

 

Meine eigene Bewerbungshomepage

Unterrichtsmaterial Bewerbungshomepage-komprimiert

Warum eine Bewerbungshomepage?

Als Digital Natives wachsen unsere Jugendlichen in einer digitalisierten und schnelllebigen Zeit auf, welche zunehmend weiterführende Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien erfordert. Der verantwortungsbewusste und sensible Umgang mit eigenen Informationen im Internet stellt viele Jugendliche vor eine Herausforderung. Beim Erstellen einer Bewerbungshomepage lernen die Schüler/innen exemplarisch, wie sie sich digital professionell und adressatenorientiert präsentieren können. Die Lernenden können dadurch die vorherrschende Medienlandschaft besser verstehen, sie nutzen digitale Werkzeuge eigenständig und kritisch und hinterfragen dabei die sich bietenden Chancen und Risiken. All dies sind Kernkompetenzen, zu deren Förderung der Lehrplan 21 verpflichtet.

Nebst dieser sehr grundlegenden, pädagogischen Perspektive, bietet die Bewerbungshomepage den Jugendlichen einen vorteilhaften Trumpf im Ärmel bei der herausfordernden Berufswahl. Immer häufiger informieren sich zukünftige Arbeitgeber/innen mithilfe des Internets über potentielle Bewerber/innen. Durch die Bewerbungshomepage gelingt es Jugendlichen sich von Mitbewerberinnen und –bewerbern abzugrenzen, indem sie zusätzliches Wissen und Engagement in einem digitalisierten Kontext präsentieren.

Konzept / Grundidee

Die Arbeit an einer Bewerbungshomepage öffnet einer fächerübergreifenden (Medien und Informatik, Deutsch, Lebenskunde, Bildnerisches Gestalten) und kompetenzorientierten Unterrichtseinheit die Tür, welche an der privaten Lebenswelt der Jugendlichen anknüpft und die Brücke zur beruflichen Zukunft schlägt.

Der erstellte Leitfaden orientiert sich an den folgenden Prinzipien:

  • Schutz der Privatsphäre: Der Schutz der Privatsphäre und sensibler Daten hat einen hohen Stellenwert. Durch das Erstellen von passwortgeschützten Seitenbereichen wird dem Rechnung getragen. Es lohnt sich, weitere Inputs in Sachen Privatsphäre und sensible Daten (Lebenslauf, Zeugnisse, etc.) im Internet zu machen.
  • Prinzip der Freiwilligkeit: Alle Jugendlichen erarbeiten exemplarisch eine eigene Bewerbungshomepage anhand der vorgegebenen Kriterien und Module. Ob die passwortgeschützte Seite anschliessend bei Bewerbungsgesprächen (gewinnbringend) eingesetzt wird, ist den Lernenden selbst überlassen.
  • Erarbeitung von konzeptionellem Wissen beim Gestalten einer Bewerbungshomepage am Beispiel des Homepage-Baukastens „Wix“: Das Erstellen der Homepage erfordert weder von Lehrpersonen noch von Lernenden vertiefte HTML-/Programmier-Kenntnisse. Das erlernte Wissen ist auf andere Homepage-Baukästen (Jimdo, WordPress, etc.) übertragbar. Der Anbieter „Wix“ wurde aufgrund von persönlichen Vorerfahrungen meinerseits und der Möglichkeit einer unlimitierten Anzahl an passwortgeschützten Seitenbereichen gewählt.
  • Selbstständiges Arbeiten: Die Jugendlichen erarbeiten sich die Bewerbungshomepage grundsätzlich in Eigenregie. Die Lehrperson steht als Coach mit Hilfestellungen zur Seite. Mithilfe von Youtube-Tutorials und/oder dem Webseiten-Support des Homepage-Anbieters sollen die Lernenden Umsetzungsschwierigkeiten persönlich auf den Grund gehen.
  • Selbstreflexion und Peer-Feedback: Regelmässig werden die Lernenden anhand der Checklisten aufgefordert, die erstellten Inhalte auf ihre Vollständigkeit und Qualität hin zu überprüfen. Zusätzlich steht am Ende der Unterrichtseinheit ein detailliertes Kriterienraster zur Selbst-, Peer- und Fremdevaluation durch die Lehrperson zur Verfügung. Es bietet sich an, die Arbeit mit Textkorrekturprogrammen aufzugreifen und zu vertiefen.

Aufbau und Umsetzung

Die Arbeit an der Bewerbungshomepage teilt sich in die folgenden Module auf:

  • Modul 1: Aufsetzen der Homepage
  • Modul 2: Titelseite gestalten
  • Modul 3: Unterseite 1 – Das bin ich!
  • Modul 4: Unterseite 2 – Meine Stärken
  • Modul 5: Unterseite 3 – Lebenslauf und Downloadbereich
  • Modul 6: Unterseite 4 – Kontaktangaben
  • Modul 7: Überprüfung und Qualitätsmerkmale
  • Zusatzmodul 8: Marketing – Meine eigene Visitenkarte ​

Da ich die Bewerbungshomepage nach den Sportferien zum ersten Mal mit meiner Klasse erprobe, kann ich mich auf keine Erfahrungswerte beziehen. Ich rechne mit einem zeitlichen Aufwand von 10-14 Lektionen. Eine Auswertung unter Einbezug der Eindrücke und Erfahrungen meiner Klasse folgt in einem zweiten Teil zu einem späteren Zeitpunkt.

Da die schriftliche Bewerbung während den nächsten Monaten für Schüler/innen der zweiten (und dritten!) Oberstufe einen hohen Stellenwert besitzt und einzelne Lehrpersonen bereits Erfahrungen mit Bewerbungshomepages sammeln möchten, habe ich mich dazu entschlossen, den Eintrag bereits jetzt mit den dazugehörigen Unterrichtsmaterialien hochzuladen. Eine kritische Evaluation folgt. Natürlich bin ich auch interessiert an Rückmeldungen und Erfahrungswerten anderer Lehrpersonen.

Entwicklungsmöglichkeiten

Bei der Unterrichtseinheit handelt es sich primär um einen Leitfaden für das selbstständige Erarbeiten einer Bewerbungshomepage. Die Produktorientierung beziehungsweise das Erstellen einer semi-professionellen Homepage steht im Vordergrund. Es lohnt sich, zusätzliche Inputs zu den folgenden Fragen im Unterricht einzustreuen:

  • Selbstreflexion: Wie stelle ich mich dar? Wie stelle ich mich nicht dar?
  • Wahl der Präsentationsplattform: Was ist der Unterschied zwischen einer Bewerbungshomepage und meinem Instagram-, Tikok-, Snapchat- oder Twitterprofil?
  • Privatsphäre im Internet: Wie erstelle ich passwortgeschützte Bereiche für Social Media-Konten? Wie sieht meine digitale Visitenkarte zum heutigen Zeitpunkt aus? Möchte ich daran etwas ändern?
  • Chancen und Risiken: Explizite Unterrichts- / Reflexionseinheit zu den Chancen und Risiken einer Bewerbungshomepage

Viel Spass beim Ausprobieren!

Anwendungskompetenzen Fachbereich Deutsch – Verknüpfung mit dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“

Fortsetzung:

Ausgehend von der Planungshilfe der Sek Eins Höfe und dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“ habe ich ein Brainstorming mit dem Schwerpunkt „Integration der Anwendungskompetenzen im Fachbereich Deutsch“ durchgeführt und meine Erkenntnisse und Ideen auf der unten beigefügten Übersicht festgehalten. Die Übersicht zum Lehrmittel „Sprachstarken 9“ folgt.

Die Übersicht ist weder komplett noch soll sie als Imperativ verstanden werden. Einzelne Ideen wurden bereits konkret durchgeführt, andere sind lediglich angedacht. Doch vielleicht gibt sie der einen oder anderen Lehrperson einen hilfreichen Input zur Integration der Anwendungskompetenzen.

Natürlich bin ich froh über konkrete Ergänzungen, Tipps, Erfahrungsberichte oder weitere Umsetzungsideen von anderen Deutschlehrpersonen… 😉

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 8

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 7

Audacity – Alternativen zu Online-Konvertern?

Halloween steht bevor und erneut wagten wir uns an das Erstellen von Gruselhörspielen. Auch dieses Jahr entstanden unheilvolle und furchteinflössende Klänge, welche wir an unserer Gruselnacht bei Kerzenschein und Pizza einweihten.

Insbesondere bei der Vorbereitung für die Arbeit mit Audacity habe ich dieses Jahr Anpassungen vornehmen müssen. Die aktuelle Version 2.3.2 unterscheidet sich nur minim von den Vorgängerversionen und das Handling des Online-Tonstudios ist noch intuitiver als zuvor. Dennoch mussten die Unterrichtsmaterialien dementsprechend aktualisiert und angepasst werden.

Ebenfalls thematisierten wir, ob, in welchem Rahmen und weshalb man Audiodateien von YouTube extrahieren und für eigene Projekte benutzen kann. Bei der anschliessenden Umsetzung musste ich feststellen, dass viele Online-Konverter Downloadlimiten festgesetzt haben und dass die Anzahl an unschönen Pop-ups zugenommen hat. Infolgedessen war die Arbeit mit unterstützenden Hintergrundgeräuschen dieses Mal komplizierter als ursprünglich angenommen.

Während einzelne Gruppen die Geräusche selbst nachstellten und mit dem Smartphone akustisch festhielten, wichen andere auf die von mir vorgeschlagene Alternative von digitalen Geräuschedatenbanken aus. Auch hier stellten sich jedoch Hürden, wie beispielsweise die limitierte Downloadanzahl oder das zusätzliche Registrieren auf den entsprechenden Webseiten. Allerdings ergaben sich auch spannende Diskussionen zu den Lizenzen der einzelnen Dateien. Bei den Gesprächen offenbarte sich mir, welch grosses Novum das Vorhandensein von und der Umgang mit Lizenzen, sowohl bei Bild- als auch Audiodatein, für die Lernenden darstellt. Ein spannender Anknüpfungspunkt für den Medien- und Informatikunterricht…
Als Converter-Alternative eigneten sich die Datenbanken jedoch gut und die Suche verlief meist schnell und effizient, sofern die Suchbegriffe auf Englisch verfasst waren.

Ich blicke erneut auf ein vielfältiges und spannendes Projekt zurück, wobei ich weiterhin auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Vertonung und akustischen Bearbeitung bin.

Spicken bei digitalen Sprachprüfungen: Richtige Einstellungen zu Beginn des Schuljahres

Wer digitale Sprachprüfungen mit Microsoft Forms oder anderen Tools macht, hat vielleicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass Lernende überdurchschnittlich gut abschneiden. Das kann einen einfachen Grund haben: Sie spicken mit der Bing-Übersetzung.

Dieses standartmässige Add-On erlaubt es Lernenden per einfachen Rechtsklick auf ein Wort dieses von oder in eine beliebige Sprache zu übersetzen. Diese Möglichkeit wird von Lernenden gerne genutzt, da sie innert Sekunden,ohne das Öffnen einer zusätzlichen Seite funktioniert und so von der Lehrperson oft unbemerkt bleibt. Auch der Prüfungsmodus von Microsoft Forms deaktiviert das Add-On nicht!

Im Anhang findet Ihr eine Kurzanleitung wie Ihr mittels Einstellungen an den Schülertablets das Problem umgehen könnt. Es empfiehlt sich diese Einstellung direkt zu Beginn des Schuljahres selber an den Schülertablets vorzunehmen. Am besten ohne die Lernenden darüber zu informieren.

Ich habe auch unsere Informatik-Firma auf die Problematik aufmerksam gemacht. Idealerweise würde diese nämlich die Verwendung von Add-Ons im Internetexplorer standartmässig deaktivieren.

Habt Ihr bereits selber ähnliche Erfahrungen gemacht? Würdet Ihr gerne mehr über das Erstellen von digitalen Prüfungen mit Forms erfahren? Dann lasst doch einen Kommentar zurück!

Abstecher ins Museum für Kommunikation

A: «Sie, hier gehe ich sicher wieder einmal hin!»
B:
«Das klingt aber anders, als noch vor drei Wochen..»
A: «Ja, irgendwie war das ja auch kein ‘richtiges’ Museum.»

Bei der Organisation des Klassenlagers fühle ich mich stets dazu verpflichtet, auch kulturelle Lernmöglichkeiten zu schaffen. Diese Überzeugung stösst bei meinen Lernenden selten auf Glücksgefühle. Dennoch hielt ich auch dieses Jahr an meinem Grundsatz fest. «Ab ins Museum», hiess es für meine Klasse!

Ich wusste, diese Aussage würde auf ernüchternde Seufzer stossen – meine Erwartungen wurden bestätigt. Die Freude über den angekündigten Museumsbesuch war verhalten, aus Höflichkeit und Respekt verzichtete meine Klasse auf niederschmetternde Kommentare. Angesehen hat man ihnen die Begeisterung dennoch…
Doch ausnahmsweise gab mir meine Sturheit recht: Das Museum für Kommunikation vermochte zu begeistern!

In der Tat war der Museumsbesuch auch für mich eine neue Erfahrung. Auf drei Stockwerken wird das Thema Kommunikation veranschaulicht und «greifbar» gemacht. Medienkompetenz als wichtige Kulturtechnik des digitalen Zeitalters wird grossgeschrieben. Persönlich, individualisiert, handlungsorientiert, haptisch, digital und äusserst interaktiv werden auch verschiedene Aspekte aus dem Modullehrplan Medien und Informatik abgedeckt.

Insbesondere die folgenden Themenbereiche regten meine Lernenden zur Auseinandersetzung und spielerischen Reflexion an:

  • Big Data: Wo landen meine Daten und was weiss «Big Brother»?
  • Recht und Recherche im Internet: Was darf ich und wo sind die rechtlichen Grenzen im digitalen Raum? Wie zeige ich Zivilcourage im Netz?
  • Always On! Wie viel Medienkonsum ist gut für mich? Eine Standortbestimmung.
  • Der Blick hinter die Kulissen: Wie funktionieren Suchmaschinen? Wie viel Geld verdient man mit YouTube? Von wem werden meine favorisierten YouTuber bezahlt?
  • Generation Selbstinszenierung: Was ist fake und was entspricht der Wirklichkeit? Wie stelle ich mich im digitalen Raum dar?

Vorbereitend vertieften wir einzelne Themen aus dem Bereich Medienbildung im Lebenskundeunterricht, zwingend notwendig war dies jedoch nicht. Das Museum für Kommunikation ist informativ und die Inhalte lassen sich intuitiv-entdeckerisch erschliessen. Auch auf dem LP21 abgestützte Workshop-Angebote werden angeboten, die darauf abzielen, fächerübergreifende Lernprozesse zu initiieren. Sicherlich eine Idee für eine nächste Exkursion.

Fazit: In der Bundeshauptstadt gibt es mehr zu sehen, als der Bärengraben und das Parlamentsgebäude! Wir blicken auf einen rundum gelungenen Besuch zurück.

 

Actionbound – Die digitale Schnitzeljagd

Schnitzeljagden sind bei Schulklassen ziemlich beliebt. Deshalb ist es bei mir Tradition, dass am ersten Tag einer Lagerwoche immer das Erkunden des Lagerortes anhand einer «Schnitzeljagd» auf dem Programm steht.

Ziel dabei ist es, nicht nur Sehenswürdigkeiten des Dorfes oder der Stadt zu finden, sondern auch Orte aufzuspüren, welche wir im Verlaufe der Woche noch besuchen werden.

Die ersten Schnitzeljagden (Bern, Neuchâtel) habe ich noch mühsam auf Papier vorbereitet: Bilder wurden vor dem Lager ausgedruckt und laminiert. Ein Fragebogen auf Papier ebenfalls. Die Schülerinnen und Schüler mussten dann während der Erkundung das ganze Material mitschleppen, auf Papier ausfüllen und ich als Lehrperson durfte dann am ersten Tag alle Antworten noch korrigieren, um die Sieger zu bestimmen.

Als ich dann begann, die Lernplattform «Moodle» in meinen Unterricht zu integrieren, lernte ich mit «Moodle» ein Tool kennen, mit dem die Schülerinnen und Schüler die Fragen mit dem Handy beantworten konnten. Für mich und die Klasse war das eine «revolutionäre» Weiterentwicklung. Das mühsame Ausdrucken, Laminieren und Korrigieren war nun endlich Geschichte.

Vor etwa drei Jahren bin ich per Zufall im Internet auf die App «Actionbound» gestossen. Mit ihr gibt es noch mehr Möglichkeiten und die Jagd kann attraktiver und abwechslungsreicher gestaltet werden als mit der Lernplattform «Moodle». Von nun an kreiere ich die «Schnitzeljagden» mit der «Actionbound-App».

Im letzten Jahr hat es sich sogar von der Zeit her ergeben, dass ich einen Bound durch die Triennale „Bad Ragartz“ (http://www.badragartz.ch/) in Bad Ragaz erstellt habe. Dort durfte die Klasse spannende Rätsel über verschiedenste Kunstwerke lösen.

Was ist «Actionbound»?

Mit «Actionbound» lassen sich spannende Schatzsuchen für Mobilgeräte herstellen. Dabei erstellt man die «Bounds» in einem Internetbrowser auf der Webseite https://de.actionbound.com und spielt die «Schitzeljagd» dann in der App mit dem Smartphone (oder Tablet). Die App kann kostenlos heruntergeladen werden. Dabei können verschiedene «Aufgabentypen» gestellt werden (hier eine Auwahl):

    • Abschnitt: Mit Abschnitten kannst du deine «Rally» strukturieren.
    • Information: Ein Info-Bildschirm kann Texte und Medien enthalten.
    • Quiz: Wer die richtige Antwort auf eine Frage findet, erhält Punkte. Als Antwortmöglichkeiten hat man die Auswahl zwischen Lösungseingabe (Wort oder Zahl), Multiple Choice, Zahl schätzen, Liste sortieren.
    • Aufgabe: Mit der Option «Aufgabe» können den Spielerinnen und Spielern kreative Aufgaben gestellt werden, bei denen es weder richtig noch falsch gibt. Als Antwortmöglichkeiten hat man die Auswahl zwischen Text schreiben, Bild / Ton oder Video hochladen oder keine Antwort.
    • Ort finden: Lasse die Spieler eine GPS-Koordinate aufsuchen.
    • QR-Code scannen: Wer den Code scannt, erhält Punkte oder kommt weiter.
    • Umfrage: Erstelle eine Umfrage unter den Spielern deiner «Rally».

Um einen Einblick in die App zu kriegen, hier der Trailer / Erklärvideo von der offiziellen Seite:

https://youtu.be/HrfvPlDNLLM

Warum «Actionbound»?

Mit der App «Actionbound» können auf relative einfache Art, jedoch trotzdem sehr zeitaufwändig, Schnitzeljagden erstellt werden. Die Ergebnisse sind schnell abrufbar und übersichtlich. Zudem kann die Schnitzeljagd von den Teilnehmenden bewertet werden. Was auch ein grosser Vorteil der App ist: die zu spielenden Bounds können zuvor heruntergeladen und anschliessend offline gespielt werden.

Mehr Infos über die App und über Einsatzmöglichkeiten der App findet man im Guide: https://de.actionbound.com/eduguide

Mit «Actionbound» das Schulhaus spielerisch erkunden (1. OS)

Im Zusammenhang mit der Einführungswoche an der sekeinshöfe (Tabletabgabe, Einführung in die App «Teams», etc..) bin ich auf die Idee gekommen, das Erkunden des Schulhauses ebenfalls auf digitale Weise bereitzustellen. Die Schülerinnen  und Schüler lernen bei diesem Bound nicht nur das Schulhaus (auf spielerische Art) kennen, sondern machen sich zudem schon einmal mit der Schulhausordnung vertraut. Auch sich mit andern Gruppen zu messen und möglichst viele Punkte zu sammeln machte den Jugendlichen Spass.

Durchführung

Die Schnitzeljagd wurde in Absprache mit den Sportlehrpersonen in einer Doppelstunde im Fach Sport durchgeführt. Da viel Bewegung im und ausserhalb des Schulhauses gefordert wird, finde ich dies passend, muss aber nicht zwingend sein.

Die Gruppen (ca. 4er Gruppen) waren dabei etwa eine Lektion unterwegs. Da die Gruppen jeweils gestaffelt starteten, war eine Doppelstunde notwendig.

Auswertung

Die Jugendlichen fanden es sehr «cool» und es machte ihnen Spass. Links eine Übersicht der Auswertung.

 

Einblick

Wie hat die Schnitzeljagd denn so ausgesehen? Scanne diesen Code mit der Actionbound-App und du erhältst Einblick in die Schulhaus-Erkundung.

 

 

 

Kooperative Lernformen: Etherpad und das schriftliche Argumentieren

Die schriftliche Argumentation ist für viele meiner Jugendlichen die Königsdisziplin des Deutschunterrichts. Es fällt ihnen schwer, ihre Gedanken strukturiert und überzeugend auf Papier zu bringen. Bei mündlichen Diskussionen hingegen sprudeln die Lernenden nur so von kreativen und (zugegebenermassen nur teilweise) sachlichen Argumenten. Besonders dann, wenn einer meiner Entscheide auf Unverständnis stösst…
Dennoch, hier ist Potential vorhanden!

Als Vorbereitung auf die summative Lernkontrolle der schriftlichen Argumentation habe ich mich dazu entschieden, den dialogischen Charakter der mündlichen Argumentation beizubehalten und in schriftlicher Form aufzugreifen. Das Resultat war interessant.

Zu Beginn der Lektion repetierten wir nochmals kurz den Aufbau eines dreigliedrigen Arguments. Wir starteten mit mündlichen Diskussionen zu aktuellen Themen aus der Erfahrungswelt der Jugendlichen. Anschliessend stellte ich den Lernenden das anonyme Rollenspiel auf Etherpad vor. Alle Jugendlichen schlüpften in die Rolle einer Person und mussten aus dieser Perspektive für ihren Standpunkt argumentieren. Während der Schreibphase herrschte dann absolutes Sprechverbot. Nur schriftlich durfte kommuniziert, diskutiert und argumentiert werden. Die Rollen wurden erst am Ende der Lektion aufgelöst und reflektiert.

Selten habe ich eine solch ruhige und konzentrierte Lektion erlebt. Vereinzeltes Kichern war das einzige, das ich während 20 Minuten zu hören kriegte. Die Lernenden tippten wie wild auf ihrer Tastatur herum und waren bestrebt, ihre Meinung zu äussern.

Insgesamt eine gelungene Lektion, aber Vorsicht:

  • Die Texte können auf Etherpad zeitlich synchron bearbeitet werden. Dies bedeutet auch, dass die Lernenden gegenseitig ihre Texte löschen und bearbeiten können.
    Gut zu wissen: Auch diesen Umstand kann man als Lehrperson thematisieren. Mit dem Timeslider können auch gelöschte Inhalte wieder sichtbar gemacht werden. Die Lehrperson hat jederzeit Zugriff auf alle Etherpads. Stichwort: Verantwortungsvoller Umgang im Netz – das Internet vergisst nie!
  • Die Gefahr besteht auch hier, dass schnell Abstand genommen wird von der strukturierten Argumentation. Es muss darauf geachtet werden, dass der Meinungsaustausch formal und sprachlich nicht zu stark in die Mündlichkeit abdriftet.
    Hier kann man die grundlegenden Unterschiede zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema machen.
  • Bei Etherpad handelt es sich nicht um eine Textverarbeitungssoftware, sondern um einen webbasierten Texteditor zur kollaborativen Bearbeitung von Texten. Grammatik und Rechtschreibung stehen nicht im Fokus, sondern die inhaltliche Argumentation. Sprachformales rückt bei dieser Diskussionsform in den Hintergrund.

Viel Spass beim Ausprobieren mit der Klasse!

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht: Die Fotostory

Die Idee einer Fotostory im Literaturunterricht ist keineswegs neu, sondern gehört bei den digitalen Ansätzen wohl eher bereits zum «alten Eisen». Im Sommer werde ich meine erste eigene Klasse abgeben. In einem melancholisch angehauchten Moment blättere ich in der gemeinsam erstellten Fotostory zum Jugendroman «Romeo und Jabulile»: eine Reminiszenz an kreative Literaturstunden aus der Zeit der 1. Oberstufe.

Im Anschluss an die gemeinsame Lektüre wurde damals ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz gewählt. Dabei sind wir folgendermassen vorgegangen:

  1. In Gruppen haben die Lernenden ausgewählte Kapitel Revue passieren lassen und Schlüsselszenen herausgearbeitet.
  2. Die Protagonisten wurden einzelnen Lernenden zugeteilt. Jede Schülerin und jeder Schüler musste zwingend auf einem Standbild ersichtlich sein.
  3. Es wurde geplant, an welchen Orten, mit welchen Requisiten und mit welchen Kameraperspektiven die Schlüsselszenen abgebildet werden sollten. Eine Skizze/ein Storyboard half bei der Visualisierung der Idee. (vgl. Arbeitsauftrag)
  4. Die Fotos wurden geknipst und per Microsoft Teams oder Microsoft OneDrive auf die Tablets geladen. Einzelne Lernende teilten die erstellten Ordner oder erstellten einen Gruppenchat.
  5. Die Fotos wurden in eine von mir erstellte Word-Vorlage hochgeladen.
  6. Erneut vertieften sich die Jugendlichen nun im Originaltext. Die Schlüsselszenen wurden mit Originalpassagen aus dem Buch ergänzt.
  7. Die Fotos selber wurden mit Sprech- und Gedankenblasen ergänzt. Kreative Dialoge und sprachliche «Neuschaffungen» waren die Folge davon.
  8. Die Schlüsselsequenzen wurden mir schliesslich zugesendet. Nach Überprüfung und weiteren Anregungen sammelte ich die einzelnen Word-Dokumente, fügte sie zur Fotostory zusammen und stellte sie anschliessend den Lernenden in ausgedruckter Version zur Verfügung.

Aus mehreren Gründen begrüsste ich die kreative Arbeit am Computer:

  • Überfachlich wurden so Anwendungskompetenzen aus dem Modullehrplan «Medien und Informatik» produktionsorientiert erworben und vertieft. (Ansätze: kooperative Lernformen, Textverarbeitungsprogramme, Medienproduktion, Medienanalyse / vgl. Jahresplanung «M&I»)
  • Persönliche Bezüge zum Text wurden initiiert und dadurch auch die Freude und Kreativität im Umgang mit Literatur geweckt.
  • Durch die intensive Arbeit an den zugeteilten Kapiteln und der Auswahl an Schlüsselszenen wurde die Texterschliessungskompetenz der Jugendlichen gefördert.
  • Die Jugendlichen mussten sich überlegen, wie sie sich selbst auf Fotos, die anderen zugänglich gemacht werden, darstellen und inszenieren.

Weitere Überlegungen und Ideen für eine nächste Umsetzung:

  • Anstatt einer Fotostory, die digital erstellt wird, jedoch in einer gedruckten Papierbroschüre mündet, wäre hier zu überlegen, ob die Fotostory nicht auch über geschützte Räume in sozialen Netzwerken erstellt werden könnte. Beispielsweise: Fotostory als Snapchat-Story oder Sammlung der Schülerproduktionen auf einem Instagram-Account.
  • Anstatt die Fotostory nach der Lektüre als Endprodukt zu initiieren, könnte die Fotostory ein lesebegleitendes Element im Unterricht sein. Literarische Gespräche über die ausgewählten Schlüsselszenen und die Darstellung durch die Lernenden könnten äusserst interessant werden.
  • Auch könnten die Lernenden das abgeschlossene Buch durch ihre eigene Fotostory weiterführen oder vertiefen. Wie geht es weiter mit den Protagonisten? Gewisse Szenen könnten abgeändert und die dadurch entstandenen Auswirkungen auf das weitere Geschehen thematisiert werden.

Zugegebenermassen haben die genannten Möglichkeiten ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der Handlungs- und Produktionsorientierung messe ich persönlich bei literarischen Texten aber weiterhin einen hohen Stellenwert bei. In ein paar Wochen starten wir mit der nächsten Lektüre.

«Die Welle» soll es dieses Mal sein. Umsetzungsideen vorhanden – Update folgt.