Anwendungskompetenzen Fachbereich Deutsch – Verknüpfung mit dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“

Fortsetzung:

Ausgehend von der Planungshilfe der Sek Eins Höfe und dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“ habe ich ein Brainstorming mit dem Schwerpunkt „Integration der Anwendungskompetenzen im Fachbereich Deutsch“ durchgeführt und meine Erkenntnisse und Ideen auf der unten beigefügten Übersicht festgehalten. Die Übersicht zum Lehrmittel „Sprachstarken 9“ folgt.

Die Übersicht ist weder komplett noch soll sie als Imperativ verstanden werden. Einzelne Ideen wurden bereits konkret durchgeführt, andere sind lediglich angedacht. Doch vielleicht gibt sie der einen oder anderen Lehrperson einen hilfreichen Input zur Integration der Anwendungskompetenzen.

Natürlich bin ich froh über konkrete Ergänzungen, Tipps, Erfahrungsberichte oder weitere Umsetzungsideen von anderen Deutschlehrpersonen… 😉

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 8

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 7

Anwendungskompetenzen Fachbereich Deutsch – Verknüpfung mit dem Lehrmittel „Sprachstarken 7“

Bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts orientiere ich mich am zur Verfügung stehenden Lehrmittel und erweitere das Angebot durch eigene Umsetzungsideen. Persönlich fehlen mir teilweise ergänzende oder weiterführende Umsetzungsideen, gerade auch wenn es darum geht, die Anwendungskompetenzen aus dem Modullehrplan „Medien und Informatik“ zu berücksichtigen.

Ausgehend von der Planungshilfe der Sek Eins Höfe und dem Lehrmittel „Sprachstarken 7“ habe ich ein Brainstorming mit dem Schwerpunkt „Integration der Anwendungskompetenzen im Fachbereich Deutsch“ durchgeführt und meine Erkenntnisse und Ideen auf der unten beigefügten Übersicht festgehalten. Die Übersicht zu den Lehrmitteln „Sprachstarken 8“ und „Sprachstarken 9“ folgt zeitnah.

Die Übersicht ist weder komplett noch soll sie als Imperativ verstanden werden. Einzelne Ideen wurden bereits konkret durchgeführt, andere sind lediglich angedacht. Doch vielleicht gibt sie der einen oder anderen Lehrperson einen hilfreichen Input zur Integration der Anwendungskompetenzen.

Natürlich bin ich froh über konkrete Ergänzungen, Tipps, Erfahrungsberichte oder weitere Umsetzungsideen von anderen Deutschlehrpersonen…

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 7

Audacity – Alternativen zu Online-Konvertern?

Halloween steht bevor und erneut wagten wir uns an das Erstellen von Gruselhörspielen. Auch dieses Jahr entstanden unheilvolle und furchteinflössende Klänge, welche wir an unserer Gruselnacht bei Kerzenschein und Pizza einweihten.

Insbesondere bei der Vorbereitung für die Arbeit mit Audacity habe ich dieses Jahr Anpassungen vornehmen müssen. Die aktuelle Version 2.3.2 unterscheidet sich nur minim von den Vorgängerversionen und das Handling des Online-Tonstudios ist noch intuitiver als zuvor. Dennoch mussten die Unterrichtsmaterialien dementsprechend aktualisiert und angepasst werden.

Ebenfalls thematisierten wir, ob, in welchem Rahmen und weshalb man Audiodateien von YouTube extrahieren und für eigene Projekte benutzen kann. Bei der anschliessenden Umsetzung musste ich feststellen, dass viele Online-Konverter Downloadlimiten festgesetzt haben und dass die Anzahl an unschönen Pop-ups zugenommen hat. Infolgedessen war die Arbeit mit unterstützenden Hintergrundgeräuschen dieses Mal komplizierter als ursprünglich angenommen.

Während einzelne Gruppen die Geräusche selbst nachstellten und mit dem Smartphone akustisch festhielten, wichen andere auf die von mir vorgeschlagene Alternative von digitalen Geräuschedatenbanken aus. Auch hier stellten sich jedoch Hürden, wie beispielsweise die limitierte Downloadanzahl oder das zusätzliche Registrieren auf den entsprechenden Webseiten. Allerdings ergaben sich auch spannende Diskussionen zu den Lizenzen der einzelnen Dateien. Bei den Gesprächen offenbarte sich mir, welch grosses Novum das Vorhandensein von und der Umgang mit Lizenzen, sowohl bei Bild- als auch Audiodatein, für die Lernenden darstellt. Ein spannender Anknüpfungspunkt für den Medien- und Informatikunterricht…
Als Converter-Alternative eigneten sich die Datenbanken jedoch gut und die Suche verlief meist schnell und effizient, sofern die Suchbegriffe auf Englisch verfasst waren.

Ich blicke erneut auf ein vielfältiges und spannendes Projekt zurück, wobei ich weiterhin auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Vertonung und akustischen Bearbeitung bin.

Abstecher ins Museum für Kommunikation

A: «Sie, hier gehe ich sicher wieder einmal hin!»
B:
«Das klingt aber anders, als noch vor drei Wochen..»
A: «Ja, irgendwie war das ja auch kein ‘richtiges’ Museum.»

Bei der Organisation des Klassenlagers fühle ich mich stets dazu verpflichtet, auch kulturelle Lernmöglichkeiten zu schaffen. Diese Überzeugung stösst bei meinen Lernenden selten auf Glücksgefühle. Dennoch hielt ich auch dieses Jahr an meinem Grundsatz fest. «Ab ins Museum», hiess es für meine Klasse!

Ich wusste, diese Aussage würde auf ernüchternde Seufzer stossen – meine Erwartungen wurden bestätigt. Die Freude über den angekündigten Museumsbesuch war verhalten, aus Höflichkeit und Respekt verzichtete meine Klasse auf niederschmetternde Kommentare. Angesehen hat man ihnen die Begeisterung dennoch…
Doch ausnahmsweise gab mir meine Sturheit recht: Das Museum für Kommunikation vermochte zu begeistern!

In der Tat war der Museumsbesuch auch für mich eine neue Erfahrung. Auf drei Stockwerken wird das Thema Kommunikation veranschaulicht und «greifbar» gemacht. Medienkompetenz als wichtige Kulturtechnik des digitalen Zeitalters wird grossgeschrieben. Persönlich, individualisiert, handlungsorientiert, haptisch, digital und äusserst interaktiv werden auch verschiedene Aspekte aus dem Modullehrplan Medien und Informatik abgedeckt.

Insbesondere die folgenden Themenbereiche regten meine Lernenden zur Auseinandersetzung und spielerischen Reflexion an:

  • Big Data: Wo landen meine Daten und was weiss «Big Brother»?
  • Recht und Recherche im Internet: Was darf ich und wo sind die rechtlichen Grenzen im digitalen Raum? Wie zeige ich Zivilcourage im Netz?
  • Always On! Wie viel Medienkonsum ist gut für mich? Eine Standortbestimmung.
  • Der Blick hinter die Kulissen: Wie funktionieren Suchmaschinen? Wie viel Geld verdient man mit YouTube? Von wem werden meine favorisierten YouTuber bezahlt?
  • Generation Selbstinszenierung: Was ist fake und was entspricht der Wirklichkeit? Wie stelle ich mich im digitalen Raum dar?

Vorbereitend vertieften wir einzelne Themen aus dem Bereich Medienbildung im Lebenskundeunterricht, zwingend notwendig war dies jedoch nicht. Das Museum für Kommunikation ist informativ und die Inhalte lassen sich intuitiv-entdeckerisch erschliessen. Auch auf dem LP21 abgestützte Workshop-Angebote werden angeboten, die darauf abzielen, fächerübergreifende Lernprozesse zu initiieren. Sicherlich eine Idee für eine nächste Exkursion.

Fazit: In der Bundeshauptstadt gibt es mehr zu sehen, als der Bärengraben und das Parlamentsgebäude! Wir blicken auf einen rundum gelungenen Besuch zurück.

 

Kooperative Lernformen: Etherpad und das schriftliche Argumentieren

Die schriftliche Argumentation ist für viele meiner Jugendlichen die Königsdisziplin des Deutschunterrichts. Es fällt ihnen schwer, ihre Gedanken strukturiert und überzeugend auf Papier zu bringen. Bei mündlichen Diskussionen hingegen sprudeln die Lernenden nur so von kreativen und (zugegebenermassen nur teilweise) sachlichen Argumenten. Besonders dann, wenn einer meiner Entscheide auf Unverständnis stösst…
Dennoch, hier ist Potential vorhanden!

Als Vorbereitung auf die summative Lernkontrolle der schriftlichen Argumentation habe ich mich dazu entschieden, den dialogischen Charakter der mündlichen Argumentation beizubehalten und in schriftlicher Form aufzugreifen. Das Resultat war interessant.

Zu Beginn der Lektion repetierten wir nochmals kurz den Aufbau eines dreigliedrigen Arguments. Wir starteten mit mündlichen Diskussionen zu aktuellen Themen aus der Erfahrungswelt der Jugendlichen. Anschliessend stellte ich den Lernenden das anonyme Rollenspiel auf Etherpad vor. Alle Jugendlichen schlüpften in die Rolle einer Person und mussten aus dieser Perspektive für ihren Standpunkt argumentieren. Während der Schreibphase herrschte dann absolutes Sprechverbot. Nur schriftlich durfte kommuniziert, diskutiert und argumentiert werden. Die Rollen wurden erst am Ende der Lektion aufgelöst und reflektiert.

Selten habe ich eine solch ruhige und konzentrierte Lektion erlebt. Vereinzeltes Kichern war das einzige, das ich während 20 Minuten zu hören kriegte. Die Lernenden tippten wie wild auf ihrer Tastatur herum und waren bestrebt, ihre Meinung zu äussern.

Insgesamt eine gelungene Lektion, aber Vorsicht:

  • Die Texte können auf Etherpad zeitlich synchron bearbeitet werden. Dies bedeutet auch, dass die Lernenden gegenseitig ihre Texte löschen und bearbeiten können.
    Gut zu wissen: Auch diesen Umstand kann man als Lehrperson thematisieren. Mit dem Timeslider können auch gelöschte Inhalte wieder sichtbar gemacht werden. Die Lehrperson hat jederzeit Zugriff auf alle Etherpads. Stichwort: Verantwortungsvoller Umgang im Netz – das Internet vergisst nie!
  • Die Gefahr besteht auch hier, dass schnell Abstand genommen wird von der strukturierten Argumentation. Es muss darauf geachtet werden, dass der Meinungsaustausch formal und sprachlich nicht zu stark in die Mündlichkeit abdriftet.
    Hier kann man die grundlegenden Unterschiede zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema machen.
  • Bei Etherpad handelt es sich nicht um eine Textverarbeitungssoftware, sondern um einen webbasierten Texteditor zur kollaborativen Bearbeitung von Texten. Grammatik und Rechtschreibung stehen nicht im Fokus, sondern die inhaltliche Argumentation. Sprachformales rückt bei dieser Diskussionsform in den Hintergrund.

Viel Spass beim Ausprobieren mit der Klasse!

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht: Die Fotostory

Die Idee einer Fotostory im Literaturunterricht ist keineswegs neu, sondern gehört bei den digitalen Ansätzen wohl eher bereits zum «alten Eisen». Im Sommer werde ich meine erste eigene Klasse abgeben. In einem melancholisch angehauchten Moment blättere ich in der gemeinsam erstellten Fotostory zum Jugendroman «Romeo und Jabulile»: eine Reminiszenz an kreative Literaturstunden aus der Zeit der 1. Oberstufe.

Im Anschluss an die gemeinsame Lektüre wurde damals ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz gewählt. Dabei sind wir folgendermassen vorgegangen:

  1. In Gruppen haben die Lernenden ausgewählte Kapitel Revue passieren lassen und Schlüsselszenen herausgearbeitet.
  2. Die Protagonisten wurden einzelnen Lernenden zugeteilt. Jede Schülerin und jeder Schüler musste zwingend auf einem Standbild ersichtlich sein.
  3. Es wurde geplant, an welchen Orten, mit welchen Requisiten und mit welchen Kameraperspektiven die Schlüsselszenen abgebildet werden sollten. Eine Skizze/ein Storyboard half bei der Visualisierung der Idee. (vgl. Arbeitsauftrag)
  4. Die Fotos wurden geknipst und per Microsoft Teams oder Microsoft OneDrive auf die Tablets geladen. Einzelne Lernende teilten die erstellten Ordner oder erstellten einen Gruppenchat.
  5. Die Fotos wurden in eine von mir erstellte Word-Vorlage hochgeladen.
  6. Erneut vertieften sich die Jugendlichen nun im Originaltext. Die Schlüsselszenen wurden mit Originalpassagen aus dem Buch ergänzt.
  7. Die Fotos selber wurden mit Sprech- und Gedankenblasen ergänzt. Kreative Dialoge und sprachliche «Neuschaffungen» waren die Folge davon.
  8. Die Schlüsselsequenzen wurden mir schliesslich zugesendet. Nach Überprüfung und weiteren Anregungen sammelte ich die einzelnen Word-Dokumente, fügte sie zur Fotostory zusammen und stellte sie anschliessend den Lernenden in ausgedruckter Version zur Verfügung.

Aus mehreren Gründen begrüsste ich die kreative Arbeit am Computer:

  • Überfachlich wurden so Anwendungskompetenzen aus dem Modullehrplan «Medien und Informatik» produktionsorientiert erworben und vertieft. (Ansätze: kooperative Lernformen, Textverarbeitungsprogramme, Medienproduktion, Medienanalyse / vgl. Jahresplanung «M&I»)
  • Persönliche Bezüge zum Text wurden initiiert und dadurch auch die Freude und Kreativität im Umgang mit Literatur geweckt.
  • Durch die intensive Arbeit an den zugeteilten Kapiteln und der Auswahl an Schlüsselszenen wurde die Texterschliessungskompetenz der Jugendlichen gefördert.
  • Die Jugendlichen mussten sich überlegen, wie sie sich selbst auf Fotos, die anderen zugänglich gemacht werden, darstellen und inszenieren.

Weitere Überlegungen und Ideen für eine nächste Umsetzung:

  • Anstatt einer Fotostory, die digital erstellt wird, jedoch in einer gedruckten Papierbroschüre mündet, wäre hier zu überlegen, ob die Fotostory nicht auch über geschützte Räume in sozialen Netzwerken erstellt werden könnte. Beispielsweise: Fotostory als Snapchat-Story oder Sammlung der Schülerproduktionen auf einem Instagram-Account.
  • Anstatt die Fotostory nach der Lektüre als Endprodukt zu initiieren, könnte die Fotostory ein lesebegleitendes Element im Unterricht sein. Literarische Gespräche über die ausgewählten Schlüsselszenen und die Darstellung durch die Lernenden könnten äusserst interessant werden.
  • Auch könnten die Lernenden das abgeschlossene Buch durch ihre eigene Fotostory weiterführen oder vertiefen. Wie geht es weiter mit den Protagonisten? Gewisse Szenen könnten abgeändert und die dadurch entstandenen Auswirkungen auf das weitere Geschehen thematisiert werden.

Zugegebenermassen haben die genannten Möglichkeiten ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der Handlungs- und Produktionsorientierung messe ich persönlich bei literarischen Texten aber weiterhin einen hohen Stellenwert bei. In ein paar Wochen starten wir mit der nächsten Lektüre.

«Die Welle» soll es dieses Mal sein. Umsetzungsideen vorhanden – Update folgt.

Einführung des Faches «Medien und Informatik» auf der Sekundarstufe I

Ein Zwischenbericht

Seit Anbeginn des Schuljahres wird im Kanton Schwyz auf der Oberstufe der Modullehrplan «Medien und Informatik» umgesetzt. Infolgedessen wird hier ein kurzer Überblick über bisherige Erkenntnisse zur Einführung des Faches «Medien und Informatik» auf der Sekundarstufe I gegeben. Der Erkenntnisbericht gibt die Erfahrungen unterschiedlicher Lehrpersonen des Bezirks wieder, die alle zurzeit das Fach auf der 1. Oberstufe unterrichten und die ich über Microsoft Forms zu ihren gemachten Erfahrungen befragt habe. Die folgenden Schilderungen sollen summarisch aufzeigen, wo wir als Schule zum heutigen Tage stehen. Es sind persönlich gefärbte Erfahrungen, die offen zur Diskussion stehen.

Vorwissen aus der Primarstufe

  • Das Vorwissen der Lernenden ist äusserst heterogen. Einzelne Lernende haben überhaupt keine Erfahrungen im Bereich Medien und Informatik gemacht, bei einem Grossteil beschränkt sich das Wissen auf Grundlagenkenntnisse.
  • Fundamentale Unterschiede zu vorhergehenden Jahrgängen sind (noch) keine festzustellen.
  • Insbesondere im Bereich «Medienbildung» ist jedoch zu beobachten, dass die Klassen bereits Vorwissen aus den unteren Jahrgangsstufen mitbringen (z.B. Netiquette, Gefahren Social Media, etc.).
  • Einzelne Schülerinnen und Schüler beherrschen das Tastaturschreiben bereits relativ gut. Anwendungskompetenzen im ECDL-Bereich sind insbesondere beim Umgang mit Microsoft PowerPoint erkennbar. Auch diese gilt es weiter zu schärfen.

Planung des Unterrichts

  • Die Jahresplanungen der sek eins hoefe und der PHSZ bieten gute Orientierungshilfen. Anpassungen müssen auf individueller Basis laufend gemacht werden.
  • Aufgrund von Absprachen zwischen Klassen- und Fachlehrpersonen wird von den Jahresplanungen abgewichen. Die Prioritäten in den einzelnen Klassen und Schulhäusern variieren stark.
  • Sukzessiv entsteht ein Fundus an Umsetzungsideen und konkreten Arbeitsmaterialien. Die Planung ist noch sehr zeitintensiv.

Anwendungskompetenzen

  • Eine fächerübergreifende Absprache zwischen den Lehrpersonen ist marginal vorhanden. Teilweise orientiert man sich hierbei an der Jahresplanung der sek eins hoefe, häufig werden spontane Wünsche im Lehrerzimmer oder auf bilateraler Ebene geäussert.
  • Es gibt grosse Unterschiede zwischen den Lehrpersonen bei der Integration von Technik in den Unterricht. Dies erschwert eine fächer- und stufenübergreifende Zusammenarbeit.
  • Es wird häufig auf eine konzeptionelle Einführung à la ECDL-Grundlagenkurse verzichtet. Anwendungen werden dann thematisiert und vertieft, wenn die Aufgaben es verlangen oder Schwierigkeiten auftauchen.
  • Die Lehrmittel bieten Anhaltspunkte für die Integration und Förderung von Anwendungskompetenzen aus dem M&I-Bereich.
  • Kooperative Lerntools (One Note, Microsoft Teams) vereinfachen die klassen- und oder fächerübergreifende Arbeit.

Unsicherheiten / Wünsche / Anregungen seitens der Lehrpersonen

  • Die Zusammenarbeit in Jahrgangsteams und Fachschaften wird geschätzt und ist zentral. Erfahrungen und vorhandene/erstellte Materialien werden ausgetauscht.
  • Der Wunsch nach einem Lehrmittel, welches die Basics klar, systematisch und verständlich vermittelt, wird deutlich.

Unterrichtsmaterialien

Viele Materialien werden selbst erstellt, zusammengesucht und/oder adaptiert. Die Praxisbeispiele aus der Weiterbildung der PHSZ erweisen sich als nützliche Orientierungshilfen und sind gut umsetzbar. Die Lernenden sprechen darauf an.

Die folgende Liste gibt eine kurze Übersicht über ausgewählte, bereits verwendete und von den Lehrpersonen als „empfehlenswert“ erachtete Unterrichtsmaterialien. Viele davon sind auch auf den beiden erwähnten Jahresplanungen verlinkt und an konkrete Themengebiete gekoppelt.

MaKeyMaKey Projektideen, Ozobot Projektideen, Informatik ohne Strom, Scratch Gruppenpuzzle & Projektideen, diverse Links aus der Jahresplanung der PHSZ

Informatik spielerisch lernen, Scratch, i-factory, MaKeyMakey

Das entsprechende Lehrmittel für die Oberstufe erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2020.

Diverse Themenbereiche, Umsetzungsideen und Unterrichtsmaterialien

Suchfunktion 3. Zyklus, diverse Themenbereiche, Umsetzungsideen und Unterrichtsmaterialien

Medienbildung: Cybermobbing, Cybergrooming, Gamen, Online-Glücksspiele, Sexting, Social Media, Smartphones

Medienbildung: Datenschutz, Big Data, Profiling, mobiles Internet, Internet der Dinge, soziale Netzwerke, Recht am eigenen Bild, Passwortschutz und PC Sicherheit, Cybertreffen, Cybermobbing, Sexting, Gaming, Lehrer und Datenschutz

  • Easy4me (Anwendungskompetenzen, eher konzeptionelle Einführungen, ECDL)

Computergrundlagen, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentationen, Online-Grundlagen, IT-Security, Bildbearbeitung, Online-Zusammenarbeit

  • Materialien und Links der Pädagogischen Hochschulen

PHLU, PH FHNW, PHSG

Texte schaffen am Computer – Ein notwendiges Übel der Zeit?

Kürzlich war ich auf Besuch bei einem guten Freund, der zwar kein Lehrer ist, allerdings Germanistik studiert. Wir diskutierten, ja stritten uns darüber, ob das Schreiben von Aufsätzen am Computer «zum Zerfall der deutschen Sprache» (Zitat Kollege) beiträgt. Die Aussage war wohl nicht ganz ernst gemeint und in vielen Punkten waren wir einer Meinung, doch irgendwie hat mich die ganze Diskussion nicht losgelassen und auch später noch beschäftigt.

Ich selbst schreibe vieles von Hand. Im Studium haben wir gelernt, dass das handschriftliche Anfertigen von Notizen zu einer grösseren Verarbeitungstiefe führt. Dabei besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Umformulieren und Restrukturieren von fremden Ideen und der bewussten inhaltlichen Verarbeitung beim Schreibprozess. Klingt ja durchaus einleuchtend, macht Sinn…und schliesslich bin ich ja auch so aufgewachsen: In der Schule hatten wir keine Tablets oder ein schickes Smartboard; der Stift war unser einziger Feind (ähh Freund). Gerne geschrieben habe ich nämlich nie, das hat sich heute geändert.

Deutschlehrpersonen können ein Lied von der teils mühseligen Korrektur von Texten nach formalen Kriterien singen. Von vielen Seiten höre ich aus meinem Berufsfeld und aus meinem Bekanntenkreis, „dass die heutige Jugend keinen anständigen Satz mehr schreiben kann. Die Jugendlichen kleben ja nur noch an ihren Bildschirmen, ein gutes Buch dient selten dem Zeitvertreib.“  Nun gut, als Deutschlehrer muss ich ja irgendwie Stellung beziehen… Die Behauptungen mögen zum Teil ja berechtigt sein, dennoch haben sie viele Ursachen und stehen meines Erachtens in keinem direkten Zusammenhang zur Digitalisierung.

Als Reallehrperson stelle ich fest, dass ein Grossteil meiner Klasse Probleme mit der Grammatik und Rechtschreibung hat. Die Korrektur und Überarbeitung von Texten gestaltet sich schwierig, das Blatt wird in rote Farbe getunkt und die Frustration steigt – auf beiden Seiten. Irgendwie kommt mir das bekannt vor aus meiner Schulzeit…

Spätestens seit der Einführung des LP21 steht nun fest, dass auch im Deutschunterricht Anwendungskompetenzen aus dem Bereich „Medien und Informatik“ gefördert werden sollen. Dazu gehört auch die Arbeit mit Textverarbeitungsprogrammen. Dies führt bei einigen meiner Kolleginnen und Kollegen zu Unmut: Im Deutschunterricht steht nun noch weniger Zeit zur eigentlichen Arbeit an der Sprache zur Verfügung! Ganz nüchtern betrachtet durchaus korrekt, doch meines Erachtens kann die Zeit auch intensiver genutzt werden.

Bei einem Grossteil meiner Aufsätze machen sich meine Schülerinnen und Schüler die Korrekturfunktion von Word zu Nutze. Die handlungsorientierte Einführung braucht Zeit, lohnt sich jedoch. Des Weiteren habe ich mit ihnen verschiedene online-Rechtschreibhilfen angeschaut und thematisiert, wie beispielsweise «LanguageTool» oder die online Rechtschreibprüfung von Duden. Die Schülerinnen und Schüler werden dadurch auf ihre sprachlichen Schwierigkeiten  aufmerksam gemacht und sensibilisiert, ausserdem erhalten sie umgehend Vorschläge, Alternativen und Theorieerklärungen zu den gemachten Fehlern. Seither gibt es weniger schnippende Finger im Raum, die Schüler/innen können sich selber helfen.

Hinzu kommt, dass ich als Lehrperson Texte auf Word schneller überarbeiten und differenziertere Hilfestellungen anbieten kann. Die Korrekturfunktion von Word ermöglicht es mir, einzelne Textausschnitte hervorzuheben und mit kurzen Kommentaren zu versehen (vgl. Beispiel Schüleraufsatz). Der ursprüngliche Text bleibt bestehen und die Lernenden erhalten die Möglichkeit, den Text unter Berücksichtigung meiner Hilfestellungen und Anregungen zu überarbeiten.

Des Weiteren ist bekannt, dass der Schreibprozess keineswegs linear ist. Textabschnitte werden gestrichen, verändert oder hinzugefügt. An der Sprache wird «gearbeitet», ein Text wird «geschaffen». Bei einem von Hand geschriebenen Text (lineare Ausführung, nicht-linearer Prozess) führt das a.) wie bei mir zu einem visuellen Chaos, b.) zu einer Schreibblockade oder c.) zu Schreibhemmungen, die wiederum dazu führen, dass der Text, trotz vielleicht prickelnder Ideen, so belassen wird, wie er eben gerade niedergeschrieben wurde. Viele meiner Schülerinnen und Schüler teilen mir mit, dass sie lieber am Computer schreiben, da es für sie so leichter ist, Ideen auszuformulieren und Texte zu bearbeiten.

Kann man also die Provokation meines Kumpels umdrehen und behaupten, dass der Computer die deutsche Sprache rettet? Naja, nicht wirklich… Fehler wiederholen sich weiterhin, sodass mir die Haare zu Berge stehen, die Ideenfindungsphase gestaltet sich nach wie vor schwierig, Grammatik- und Rechtschreibfehler liegen trotz Korrekturprogrammen und Rechtschreibhilfen an der Tagesordnung.

Fazit: Texte schaffen ist und bleibt harte Arbeit; ist anspruchsvoll, mühsam, zeitweilen kreativ und erfüllend, häufig aber auch frustrierend. Das Medium ändert, die Schwierigkeiten bleiben bestehen, aber neue Möglichkeiten zeigen sich.

Vor zwei Wochen musste ich einer Schülerin ihr Bewerbungsschreiben für die Schnupperlehre ausdrucken. Einzelne Fehler gab es zwar noch, dennoch war das Schreiben sowohl inhaltlich als auch sprachlich ansprechend verfasst. Als ich sie darauf ansprach, hat mich ihre Antwort gefreut: «Deutsch ist eigentlich nicht so mein Ding. Leider können mir meine Eltern nicht helfen, deshalb bin ich froh, dass mir wenigstens mein Tablet ein bisschen hilft.»

Die Schnupperlehre hat sie schliesslich gekriegt.

Gruselnacht bei Kerzenschein – Mein eigenes Hörspiel

Beispiel Hörspiel: Das geheimnisumwobene Kloster (Samuel & Lukas)

Gruselgeschichten fesseln uns, sorgen für Gänsehaut, lassen die Haare zu Berge stehen und faszinieren uns seit jeher. Ausserdem sind sie auf textueller und struktureller Ebene anspruchsvoll. Eine gute Gruselgeschichte erzeugt Spannung, schafft eine Atmosphäre, die zum Eintauchen einlädt, zeichnet sich aus durch passenden Wortschatz, einen unwiderstehlichen roten Faden und eine gekonnte Leserführung.

Motiviert durch die Kooperation mit der PHSZ entschied ich mich dazu, das Projekt «Gruselgeschichte» noch einen Schritt weiterzutreiben. Nachdem die Gruselgeschichten erarbeitet und geschrieben wurden, wurden die Geschichten als Hörspiel aufbereitet und vertont. Dabei arbeiteten wir mit dem Gratis-Tonstudio «Audacity», bei dem mehrere Tonspuren übereinandergelegt und bearbeitet werden können. So hatten die Schüler/innen die Möglichkeit, den selbstgeschriebenen Text packend, angeleitet durch Kriterien, vorzulesen und anschliessend mit Hintergrundgeräuschen wie knarrenden Dielen, raschelnden Zweigen oder seltsamen Fusstritten in der Ferne aufzupeppen. Die Arbeit am Text war intensiv, kreativ, die Lernenden motiviert.

Lediglich die Arbeit mit Audacity war zu Beginn eine Herausforderung. Nachdem alle Schüler/innen das Programm auf ihrem Tablet heruntergeladen und installiert hatten, machte ich eine Einführung ins Programm. Auch stellte ich ein persönliches Nachschlagewerk in der Form einer Broschüre zusammen, welches den Lernenden die Grundfunktionen von Audacity näherbrachte. Das Kennenlernen des Programms und die Auseinandersetzung damit waren für viele Lernende eine wirkliche Herausforderung, einige waren überfordert. Auch war das Projekt zeitintensiv, insbesondere die Arbeit mit dem Tonstudio. Dadurch dass die Lernenden mit Hilfe der Broschüre selbstständig arbeiten konnten, hatte ich allerdings die Möglichkeit, auf vorhandene Fragen und Schwierigkeiten individuell einzugehen. Hier war das Vorwissen der Lernenden unterschiedlicher wie es nicht sein könnte. Einzelne Schüler/innen benutzten auch privat mit Audacity verwandte Programme und hatten keine Schwierigkeiten mit der Bearbeitung mehrerer Tonspuren. Andere begannen bei Null und mussten schrittweise an Audacity herangeführt werden. Dennoch: Das digitale Tonstudio ist äusserst benutzerfreundlich und die Grundfunktionen können relativ schnell erlernt und ausgeschöpft werden. Integrativ thematisierten wir dabei auch, ob, in welchem Rahmen und weshalb man Audiodateien von YouTube extrahieren und für eigene Projekte benutzen kann.

Schliesslich reüssierten alle Lernenden mit der Vertonung ihrer eigenen Gruselgeschichte. An einer kalten und nebligen Novembernacht versammelten sich die Klassen bei Kerzenschein und diabolischen Klängen um die erstellten Hörspiele einzuweihen. Edgar Allen Poes Klassiker «The Tell-Tale Heart» bildete den Auftakt, bevor die Schülerkreationen ihre Wirkung entfalteten. Gemeinsam lauschte man den nervenaufreibenden Produktionen, kicherte über kleinere Versprecher und genoss den gemeinsamen Abend beim gemütlichen Beisammensein. Der Höhepunkt bildete schliesslich eine CD mit den Hörspielen aller Lernenden. Ein Abend, der in bester Erinnerung bleiben und durch die CD hoffentlich noch lange weiterleben und nachhallen wird.

Marc Helbling, November 2017

Streiten im Deutschunterricht – Pädagogisch begründet :-)

Als wir neulich die direkte Rede im Unterricht thematisierten und mir wieder einmal auffiel, wie sehr das Wort «sagen» geliebt wird und wie wenig sprachliche Varietät vorhanden ist, entschied ich mich dazu, die redeeinleitenden Verben verstärkt zu thematisieren.

Das Leben ist spannend, abwechslungsreich und voller Emotionen. Dies soll auch durch unsere Sprache widergegeben werden. Nachdem wir uns vertieft mit verschiedenen redeeinleitenden Verben und deren Synonymen auseinandergesetzt haben, stiess ich die Schüler/innen ins kalte Wasser. «Handy hervor – wir streiten jetzt», hiess es meinerseits. Unsichere Blicke, freudiges Grinsen.

Ich bat die Lernenden, sich im Schulhaus zu verteilen und gab eine Streitsituation mit offenem Ende vor. Die Schüler/innen sollten das spontane Streitgespräch gleichzeitig mit dem Voice-Recorder ihres Smartphones während genau einer Minute aufzeichnen. Anschliessend versammelten wir uns wieder im Klassenzimmer und die Lernenden hörten sich mit ihren Kopfhörern nochmals beim Streiten zu. Anschliessend schrieben sie das Gespräch nieder, individuell, und übten so die Zeichensetzung bei der direkten Rede und den abwechslungsreichen Gebrauch von passenden redeeinleitenden Verben. Grammatikunterricht war plötzlich interessant, der Anteil echter Lernzeit hoch.

Besonders interessant war anschliessend der Vergleich der geschriebenen Texte. Welche redeeinleitenden Verben wurden von welchen Lernenden benutzt und wie wurden Emotionen wahrgenommen und anschliessend sprachlich wiedergegeben. So kam es vor, dass eine Schülerin die direkte Rede mit dem Verb «quasseln» und eine andere Schülerin dieselbe Situation mit dem Verb «zurechtweisen» einleitete.

 

Marc Helbling, November 2017