Anwendungskompetenzen Fachbereich Deutsch – Verknüpfung mit dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“

Fortsetzung:

Ausgehend von der Planungshilfe der Sek Eins Höfe und dem Lehrmittel „Sprachstarken 8“ habe ich ein Brainstorming mit dem Schwerpunkt „Integration der Anwendungskompetenzen im Fachbereich Deutsch“ durchgeführt und meine Erkenntnisse und Ideen auf der unten beigefügten Übersicht festgehalten. Die Übersicht zum Lehrmittel „Sprachstarken 9“ folgt.

Die Übersicht ist weder komplett noch soll sie als Imperativ verstanden werden. Einzelne Ideen wurden bereits konkret durchgeführt, andere sind lediglich angedacht. Doch vielleicht gibt sie der einen oder anderen Lehrperson einen hilfreichen Input zur Integration der Anwendungskompetenzen.

Natürlich bin ich froh über konkrete Ergänzungen, Tipps, Erfahrungsberichte oder weitere Umsetzungsideen von anderen Deutschlehrpersonen… 😉

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 8

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 7

Anwendungskompetenzen Fachbereich Deutsch – Verknüpfung mit dem Lehrmittel „Sprachstarken 7“

Bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts orientiere ich mich am zur Verfügung stehenden Lehrmittel und erweitere das Angebot durch eigene Umsetzungsideen. Persönlich fehlen mir teilweise ergänzende oder weiterführende Umsetzungsideen, gerade auch wenn es darum geht, die Anwendungskompetenzen aus dem Modullehrplan „Medien und Informatik“ zu berücksichtigen.

Ausgehend von der Planungshilfe der Sek Eins Höfe und dem Lehrmittel „Sprachstarken 7“ habe ich ein Brainstorming mit dem Schwerpunkt „Integration der Anwendungskompetenzen im Fachbereich Deutsch“ durchgeführt und meine Erkenntnisse und Ideen auf der unten beigefügten Übersicht festgehalten. Die Übersicht zu den Lehrmitteln „Sprachstarken 8“ und „Sprachstarken 9“ folgt zeitnah.

Die Übersicht ist weder komplett noch soll sie als Imperativ verstanden werden. Einzelne Ideen wurden bereits konkret durchgeführt, andere sind lediglich angedacht. Doch vielleicht gibt sie der einen oder anderen Lehrperson einen hilfreichen Input zur Integration der Anwendungskompetenzen.

Natürlich bin ich froh über konkrete Ergänzungen, Tipps, Erfahrungsberichte oder weitere Umsetzungsideen von anderen Deutschlehrpersonen…

Übersicht Anwendungskompetenzen + Sprachstarken 7

Audacity – Alternativen zu Online-Konvertern?

Halloween steht bevor und erneut wagten wir uns an das Erstellen von Gruselhörspielen. Auch dieses Jahr entstanden unheilvolle und furchteinflössende Klänge, welche wir an unserer Gruselnacht bei Kerzenschein und Pizza einweihten.

Insbesondere bei der Vorbereitung für die Arbeit mit Audacity habe ich dieses Jahr Anpassungen vornehmen müssen. Die aktuelle Version 2.3.2 unterscheidet sich nur minim von den Vorgängerversionen und das Handling des Online-Tonstudios ist noch intuitiver als zuvor. Dennoch mussten die Unterrichtsmaterialien dementsprechend aktualisiert und angepasst werden.

Ebenfalls thematisierten wir, ob, in welchem Rahmen und weshalb man Audiodateien von YouTube extrahieren und für eigene Projekte benutzen kann. Bei der anschliessenden Umsetzung musste ich feststellen, dass viele Online-Konverter Downloadlimiten festgesetzt haben und dass die Anzahl an unschönen Pop-ups zugenommen hat. Infolgedessen war die Arbeit mit unterstützenden Hintergrundgeräuschen dieses Mal komplizierter als ursprünglich angenommen.

Während einzelne Gruppen die Geräusche selbst nachstellten und mit dem Smartphone akustisch festhielten, wichen andere auf die von mir vorgeschlagene Alternative von digitalen Geräuschedatenbanken aus. Auch hier stellten sich jedoch Hürden, wie beispielsweise die limitierte Downloadanzahl oder das zusätzliche Registrieren auf den entsprechenden Webseiten. Allerdings ergaben sich auch spannende Diskussionen zu den Lizenzen der einzelnen Dateien. Bei den Gesprächen offenbarte sich mir, welch grosses Novum das Vorhandensein von und der Umgang mit Lizenzen, sowohl bei Bild- als auch Audiodatein, für die Lernenden darstellt. Ein spannender Anknüpfungspunkt für den Medien- und Informatikunterricht…
Als Converter-Alternative eigneten sich die Datenbanken jedoch gut und die Suche verlief meist schnell und effizient, sofern die Suchbegriffe auf Englisch verfasst waren.

Ich blicke erneut auf ein vielfältiges und spannendes Projekt zurück, wobei ich weiterhin auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Vertonung und akustischen Bearbeitung bin.

Leut(s)chen im Flugmodus!

In der Woche vom 11. – 16. Juni 2019 fand auch dieses Jahr die Flimmerpause statt. Unser Schulhaus hat das erste Mal vollumfänglich am Projekt teilgenommen. Wir versuchten bewusst, auf ausgewählte Bildschirmmedien (Fernseher, Computer, Tablet, Handy) zu verzichten und schafften Raum für neue Ideen, wie wir unsere gemeinsame Zeit gestalten können. Wir setzten uns individuelle Ziele, versuchten diese zu erreichen und reflektierten dabei unser eigenes Konsumverhalten.

Wir blicken auf eine erkenntnisreiche und kreative Woche zurück! Da wir das Projekt erstmals auf der Oberstufe durchgeführt haben, waren einige Anpassungen nötig. Nachfolgend werden einige Überlegungen und Erfahrungen zusammengefasst und Umsetzungsideen skizziert.

Prinzip der Freiwilligkeit

Die Teilnahme beruhte grösstenteils auf Freiwilligkeit, sowohl seitens der Lernenden als auch seitens der Lehrpersonen. Es ging uns in erster Linie darum, dass sich die Lernenden selber herausfordern und einen kritischen und reflektierten Umgang mit den Medien entwickeln. Gewisse Lehrpersonen arbeiteten weiter auch während des Unterrichts in dosierter Form mit Bildschirmmedien, beispielsweise im Rahmen der Lehrstellensuche oder wichtiger Recherchearbeiten. Andere wiederum griffen zum verstaubten Hellraum-Projektor vergangener Tage oder verzichteten sogar ganz auf Bildschirmmedien. Die Lernenden setzten sich selbst individuelle Ziele, welche sichtbar im Eingangsbereich des Schulhauses aufgehängt wurden. So reichte die Bandbreite der Ziele von «Ich versuche nicht mehr als drei Stunden pro Tag auf YouTube zu sein» bis hin zu «Ich benutze mein Handy während der ganzen Woche kein einziges Mal».

Auch wurde das Schulhaus umgestaltet und dekoriert, um die geeignete Atmosphäre für die Flimmerpause zu schaffen. Lediglich während den Pausen galt seitens der Schule ein offizielles Handyverbot, wobei die «Smombies» auch hier Zuflucht auf den «Empfangsinseln» finden konnten.

Materialien und Vorbereitung

Glücklicherweise war unser Team ausnahmslos bei der Flimmerpause dabei. Man unterstützte sich gegenseitig bei der Umsetzung und verfolgte dasselbe Ziel.

Als verbindliche Vorbereitung führten alle Klassen während der Woche vor der Flimmerpause das Flimmerpause-Tagebuch. Bei der Erstellung des Tagebuchs orientierten wir uns stark an den Materialien von der Flimmerpause-Homepage. Einzelne Klassen vertieften sich vorbereitend weiter in der Thematik. Hierbei wurde vor allem auch mit den Materialien von Freelance gearbeitet.

Während der Flimmerpause-Woche reflektierten wir täglich den eigenen Medienkonsum und die individuell gesteckten Ziele. Der zeitliche Umfang und die Art und Weise der Umsetzung waren den Lehrpersonen selbst überlassen. Die Schülerinnen und Schüler forderten sich klassenintern mit den Challenges von Handysektor.de heraus und sammelten Punkte. Dieser kompetitive Austausch eignete sich ideal zum täglichen Morgenritual und fand grossen Anklang bei den Lernenden. Während den ersten fünf bis zehn Minuten des Tages forderten sich die Schüler/innen mit Challenges gegenseitig heraus!

Im Anschluss an die Projektwoche verfassten die Schüler/innen einen Erlebnisbericht (vgl. Flimmerpause-Tagebuch) und reflektierten die gemachten Erfahrungen. Schliesslich wurde den Lernenden ein individuelles Diplom zur Teilnahmebestätigung ausgehändigt.

Joker als Lebensretter

Während der Flimmerpause standen allen Teilnehmenden vier Joker zur Verfügung (vgl. Flimmerpause-Tagebuch). Diese konnten eingesetzt werden, wenn man sein persönliches Ziel einmal nicht erreichen konnte oder eine Challenge ablehnte. Es versteht sich von selbst, dass bei vielen Lernenden die Joker ausnahmslos aufgebraucht wurden.

Pausengestaltung deluxe – Auch wir Lehrpersonen nehmen uns an der Nase!

Häufig stellen wir im Schulalltag fest, dass die Lernenden, sobald sie draussen in der Pause sind, zum Handy greifen und sich für den Rest der Pause nur noch marginal bewegen. Und wenn ich ehrlich bin, gibt es auch bei mir solche Pausen… Doch nicht während dieser Woche!

Die Pausen wurden aktiv durch die AG «Flimmerpause» gestaltet. Einzelne Lehrpersonen leisteten ihren persönlichen Beitrag zur Pausengestaltung, indem sie selbst Spiele und Aktivitäten initiierten oder an Pausenaktivitäten der Schüler/innen teilnahmen. Es wurde gemeinsam gelacht und gesungen, «Asuuuge!» hiess es beim Rundlauf im Minutentakt, hitzige Fussballduelle wurden ausgetragen, Diabolo und UNO feierten ein Revival, der Kreativität wurde freien Lauf gelassen und die Badminton-Shuttles pfiffen durch die Lüfte.

Der Pausenplatz lebte, die Empfangsinseln wurden im Verlauf der Woche immer weniger aufgesucht. Wir konnten ganz im Sinne unseres Jahresmottos überzeugt festhalten: «Leut(s)chen lebt!»

Ich denke, ich gehe nicht zu weit, wenn ich behaupte, dass wir alle, sowohl Schüler/innen als auch Lehrpersonen, wertvolle Erfahrungen gemacht haben, die wir auch zukünftig (wieder) vermehrt im Alltag umsetzen können.

Auf zur Flimmerpause 2020!

Abstecher ins Museum für Kommunikation

A: «Sie, hier gehe ich sicher wieder einmal hin!»
B:
«Das klingt aber anders, als noch vor drei Wochen..»
A: «Ja, irgendwie war das ja auch kein ‘richtiges’ Museum.»

Bei der Organisation des Klassenlagers fühle ich mich stets dazu verpflichtet, auch kulturelle Lernmöglichkeiten zu schaffen. Diese Überzeugung stösst bei meinen Lernenden selten auf Glücksgefühle. Dennoch hielt ich auch dieses Jahr an meinem Grundsatz fest. «Ab ins Museum», hiess es für meine Klasse!

Ich wusste, diese Aussage würde auf ernüchternde Seufzer stossen – meine Erwartungen wurden bestätigt. Die Freude über den angekündigten Museumsbesuch war verhalten, aus Höflichkeit und Respekt verzichtete meine Klasse auf niederschmetternde Kommentare. Angesehen hat man ihnen die Begeisterung dennoch…
Doch ausnahmsweise gab mir meine Sturheit recht: Das Museum für Kommunikation vermochte zu begeistern!

In der Tat war der Museumsbesuch auch für mich eine neue Erfahrung. Auf drei Stockwerken wird das Thema Kommunikation veranschaulicht und «greifbar» gemacht. Medienkompetenz als wichtige Kulturtechnik des digitalen Zeitalters wird grossgeschrieben. Persönlich, individualisiert, handlungsorientiert, haptisch, digital und äusserst interaktiv werden auch verschiedene Aspekte aus dem Modullehrplan Medien und Informatik abgedeckt.

Insbesondere die folgenden Themenbereiche regten meine Lernenden zur Auseinandersetzung und spielerischen Reflexion an:

  • Big Data: Wo landen meine Daten und was weiss «Big Brother»?
  • Recht und Recherche im Internet: Was darf ich und wo sind die rechtlichen Grenzen im digitalen Raum? Wie zeige ich Zivilcourage im Netz?
  • Always On! Wie viel Medienkonsum ist gut für mich? Eine Standortbestimmung.
  • Der Blick hinter die Kulissen: Wie funktionieren Suchmaschinen? Wie viel Geld verdient man mit YouTube? Von wem werden meine favorisierten YouTuber bezahlt?
  • Generation Selbstinszenierung: Was ist fake und was entspricht der Wirklichkeit? Wie stelle ich mich im digitalen Raum dar?

Vorbereitend vertieften wir einzelne Themen aus dem Bereich Medienbildung im Lebenskundeunterricht, zwingend notwendig war dies jedoch nicht. Das Museum für Kommunikation ist informativ und die Inhalte lassen sich intuitiv-entdeckerisch erschliessen. Auch auf dem LP21 abgestützte Workshop-Angebote werden angeboten, die darauf abzielen, fächerübergreifende Lernprozesse zu initiieren. Sicherlich eine Idee für eine nächste Exkursion.

Fazit: In der Bundeshauptstadt gibt es mehr zu sehen, als der Bärengraben und das Parlamentsgebäude! Wir blicken auf einen rundum gelungenen Besuch zurück.

 

Adaptive und personalisierte Lernsysteme

Der Heterogenität einer Klasse gerecht werden…
Schülerinnen und Schüler individuell fordern und fördern…
Personalisierte und niveauangepasste Aufgabenstellungen zur Verfügung stellen…
Formative Leistungserhebungen und daraus abgeleitete förderorientierte Lernpläne erstellen…
Die eigene Persönlichkeit entfalten und Kompetenzen vielseitig erweitern!

Die Versprechen adaptiver Lernsysteme lassen sich auf der Zunge zergehen. Auch die Erwartungshaltung vieler Lehrpersonen, mich eingeschlossen, sind dementsprechend hoch – vielfach vielleicht zu hoch oder (noch) unrealistisch. Versprechen dieses Kalibers lassen auch mein Pädagogen-Herz pochen und höherschlagen. Doch betrachte ich die aktuelle Situation mit der notwendigen Nüchternheit, dämpft sich meine anfängliche Euphorie und mein Herzschlag stabilisiert sich rasch wieder…

Vielleicht habe ich mir zu viel erhofft, vielleicht habe das heilbringende Lernsystem noch nicht gefunden oder vielleicht bin ich doch auch einfach zu gerne «Lehrperson, die vor der Klasse steht und mit den Jugendlichen gemeinsam etwas erschafft», aber bis jetzt haben mich adaptive Lern- und Testverfahren enttäuscht.

Meine Schülerinnen und Schüler finden zunächst Gefallen an dieser Art des selbstständigen Arbeitens. Auch ihre Augen werden bei den gemachten Versprechen grösser.
Adaptive Lernsysteme verorten Wissen und darauf abgestimmte Aufgabenstellungen meist in grösseren Kompetenzbereichen. Die Kompetenzbereiche decken dann jeweils weitere Teilkompetenzen ab.
Es ist eine Herausforderung, die Übersicht zu behalten. Meist beginnen die Lernsysteme mit einer Lernstandserhebung. Die Schüler lösen ein Aufgabenset und werden anschliessend in Niveaugruppen klassifiziert. Das System spuckt einen Zahlenwert aus, welchen man mit Hilfe einer Kompetenzskala interpretieren kann.

Anfänglich scheint es auch für die Lernenden interessant, Wissen zu klassifizieren und mit einem numerischen Wert ihre eigene Leistung im Vergleich mit Gleichaltrigen abschätzen zu können. Zwei Monate später stosse ich dann aber nicht selten auf Verwunderung, wenn mir meine Schüler berichten, dass ihre zweite Lernstandserhebung schlechter ausgefallen ist, als die erste, obwohl sie während den letzten Wochen pflichtbewusst an den generierten Lernsets gearbeitet haben. Spätestens beim dritten Resultat wird dann die Scheinobjektivität, die das System vorgaukelt, offensichtlich, wenn das Resultat ins andere Extrem ausschlägt.

Aufgabensets werden aufgrund von Momentaufnahmen zusammengestellt. Häufig sind sie wenig strukturiert. Es ist schwierig nachzuvollziehen, in welchen Kompetenzbereichen sich die Lernenden nun weiterentwickeln sollen. Die Resultate sind zu einem gewissen Grad Produkt der Tagesform. Das ist zwar auch im herkömmlichen Unterricht der Fall, doch das System ändert sich hier nicht fortlaufend, sondern ist weitgehend stabil. Besonders kritisch werde ich, wenn die vorgegaukelte Scheinobjektivität für bare Münze genommen wird. Zeugnisse beiseite, zeig mir deine Stellwerk-Resultate!

Keine Frage, auch Rückmeldungen von mir als Lehrperson gaukeln eine gewisse Scheinobjektivität vor. Detaillierte Kriterienraster mit Kompetenzbereichen sollen meine formativen und summativen Rückmeldungen «objektivieren», doch schliesslich fliesst immer noch eine ganze Menge Subjektivität in die Zusammenarbeit mit ein. Zurecht, wie ich finde.

Ich erkenne positive Aspekte bei adaptiven Lernverfahren, ich erkenne den Mehrwert! Nur bis anhin habe ich ihn noch nicht richtig fassen können. Und so frage ich mich nach einer ernüchternden Stunde im Computerraum:

  • Ist Lernen nicht doch eine hochgradig soziale Aktivität?
  • Was passiert mit den gesammelten Daten? Wie werden diese ausgewertet? Werden sie weiterverwendet?
  • Trifft der Begriff «Bildungsmonitoring» in diesem Aspekt den Nagel auf den Kopf?
  • Wo bleibt die Kreativität? Empathie? Das vernetzte Denken? Intrinsisches, entdeckendes Lernen?

Schliesslich besinne ich mich wieder und betrachte die Stunde mit einer gewissen Distanz.

Positive Aspekte bleiben: Gewisse Schülerinnen und Schüler arbeiten auch zu Hause mit den Programmen, intrinsisch motiviert! Positive Erfahrungen im Bereich des selbstständigen und selbstorganisierten Lernens werden gesammelt. Einzelne Jugendliche zeigen mir mit Stolz ihre Lernfortschritte; zwar numerisch klassifiziert und nur schwer zu interpretieren, aber es macht den Anschein, als liessen sich hier Selbstwirksamkeitserfahrungen erkennen.

Ich bleibe mit geteilten Gefühlen zurück: Enttäuscht vom Heilsversprechen, aber doch erwartungsvoll und neugierig in die Zukunft blickend. Die Lernenden tippen weiter eifrig auf den Tasten rum, meine damalige Mentorin an der Pädagogischen Hochschule würde vermutlich von einem «hohen Anteil echter Lernzeit sprechen» …
Nur allzu gerne würde ich die Einzelheiten der Lektion mit ihr bis ins kleinste Detail durchkauen, wie das damals üblich war. Käme sie nun mit ihrem Lieblingspädagogen Hilbert Meyer und dem so wichtigen «hohen Anteil echter Lernzeit», würde ich sie wohl  höflich korrigieren. Hohe Schüleraktivität vorhanden, das mit der echten Lernzeit… da bin ich vorsichtiger mit meinem Urteil.

 

App „Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten“

Kurzzusammenfassung

  • Eine App, die einen individuellen Zugang zum Holocaust ermöglicht.
  • Fünf Zeitzeuginnen bzw. Zeitzeugen erzählen ihre Geschichte.
  • Die SuS entscheiden sich für eine Person und schauen ihre Geschichte, bearbeiten vertiefende Aufgaben und stellen sich digital ein Dossier zur gewählten Person zusammen.
  • Der zeitliche Rahmen für die Auseinandersetzung mit der Person beträgt 50-75 Minuten.
  • Am Ende erhalten die SuS sowie auch die LP das ausgefüllte Dossier der SuS als vierseitiges PDF-Dokument per E-Mail.
  • Die Auswertung kann im Plenum, individualisiert oder als Gruppenpuzzle erfolgen.

Empfehlenswert, weil…

  • Eindrückliche Zeitzeugenberichte und Interviews mit Holocaust-Überlebenden
  • Vertiefende und personalisierte Aufgabenstellungen stehen zur Verfügung
  • Die SuS erhalten das Dossier mit den wichtigsten Fakten und die Zusammenfassung direkt per E-Mail.
  • Der Bogen zur heutigen Zeit wird gespannt: Was ist «Flucht» heute? Wie gehen wir mit Flüchtlingen um?

Schülermeinungen

  • Positive Aspekte: gute Fragen, übersichtliche Struktur, man kann selbst Themen zu den Videos aussuchen, eigene Gedanken und Meinungen darf man äussern, man kann selbstständig arbeiten, interessante Geschichten, spannende Menschen, regt zum Nachdenken an, es geht auch um die heutige Flüchtlingsthematik
  • Kritikpunkte: noch mehr abwechslungsreiche Aufgaben, teilweise konnte man die Antworten nicht mehr ändern, auf dem Handy eher mühsam (Texte schreiben, Videos schauen)

Liebe Geschichtslehrpersonen

Im Rahmen des 2. Weltkrieges bin ich bei der Vorbereitung auf eine Umsetzungsidee gestossen, die ich ausserordentlich interessant und gelungen finde. Vielleicht ist die Idee ja auch etwas für euch…mir hat sie gefallen!

Angeregt durch einen Artikel in der Zeitschrift «Bildung Schweiz» habe ich die App «Fliehen vor dem Holocaust» heruntergeladen und mich dazu entschlossen, den Holocaust und damit verbundene Zeitzeugenberichte anhand der interaktiven App im Klassenzimmer zu thematisieren.

«Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten» ermöglicht einen individualisierten, persönlichen und eindrucksvollen Zugang zum Holocaust. Die Geschichte von fünf Personen wird anhand von zugrundeliegenden Videointerviews und weiterführenden Arbeitsaufträgen thematisiert. Die Lernenden entscheiden sich für eine Person und vertiefen sich, je nach Interesse, in unterschiedlichen Themenbereichen und Geschichtsaspekten. So erstellen sie ihr eigenes Album beziehungsweise gestalten ihre persönliche Begegnung mit Zeitzeugen des Holocausts.

Der Lehrperson steht für die Umsetzung im Unterricht eine detaillierte Handreichung zur Verfügung. Meine Lernenden haben die App als Hausaufgabe auf die kommende Geschichtsstunde heruntergeladen. Dabei liess ich es offen, ob sie die App auf ihrem Smartphone oder Tablet herunterladen wollten. Die Arbeit mit dem Tablet bewährte sich, da die Videos in voller Grösse geschaut und die Antworten über die Tablet-Tastatur unkomplizierter und schneller eingegeben werden konnten. Auch zusätzliche Rechercheaufträge gestalten sich auf dem Tablet einfacher. Während gut 50-75 Minuten haben sie sich in der Thematik vertieft, eigene Schwerpunkte gesetzt und aus erster Hand über Einzelschicksale und welthistorische Ereignisse gelernt.

Ein grosser Vorteil der App sehe ich darin, dass die Lernenden am Ende der Aufgabenreihe ihr persönliches Dossier als pdf-Datei per E-Mail erhalten. Auch kann direkt eine Kopie an die Lehrperson gesendet werden. In der darauffolgenden Lektion werteten wir die Begegnungen und die mitgebrachten Dossiers in der Form eines Gruppenpuzzles aus. Die Lernenden fanden Gefallen an der App; ich ebenfalls!

Drehbücher schreiben mit OneNote und Microsoft Word Online

Freitagmorgen, 14.09.2018, 08.12 Uhr

Ich sitze hinter meinem Schreibtisch und beobachte meine Klasse bei der Arbeit. In Kleingruppen schlüpfen meine Schülerinnen und Schüler in die Rolle eines Regisseurs. Sie müssen, angelehnt an das Kapitel «William Shakespeare» aus dem Lehrmittel Sprachstarken 9, ein Drehbuch zu einem selbstgewählten Leitmotiv verfassen. In einem weiteren Schritt ist dann die filmische Umsetzung des eigenen Drehbuchs geplant.

Die letzten Arbeiten stehen an, der Feinschliff. Der Text ist grösstenteils geschrieben. Über OneNote und Microsoft Word Online arbeiten die Jugendlichen gleichzeitig am Text. Alle sind aktiv an der Arbeit beteiligt. Die Jugendlichen spezialisieren sich auf ausgewählte Bereiche. Ein Junge arbeitet gemäss Vorgaben zur Textformatierung und Beispiel Drehbuch an der Textformatierung, ein Mädchen spezialisiert sich auf die Grammatik und Rechtschreibung, Online-Korrekturprogramme unterstützen sie bei ihrer Arbeit, und der leitende Regisseur gleicht den Text mit dem ausgehändigten Bewertungsraster ab. Gelegentlich versammeln sie sich vor einem Bildschirm und besprechen Schwierigkeiten und das weitere Vorgehen. Hie und da entstehen kurze, hitzige Diskussion, bevor man sich wieder individuell der Arbeit widmet. Ein Schüler meint, dass die gemeinsame Absprache und Aufgabenteilung zentral sind, sonst funktioniert das Ganze nicht. Zwei Minuten später höre ich nichts mehr, alle sind wieder in ihren Aufgabenbereichen vertieft.

Technische Probleme beeinflussen hie und da die Arbeit. Die Textformatierung, insbesondere die Arbeit mit Tabulatoren, funktioniert nur dann, wenn die Schülerinnen und Schüler eine Kopie des online-Dokuments herunterladen und offline bearbeiten. Auch Verzögerungen bei Ausformulierungen und bei der Textgestaltung treten auf. Genervte «Ahh..»’s wechseln sich ab mit konstruktiven Diskussionen rund um das Drehbuch. Ich selbst habe mich zurückgezogen, agiere als interessierter Beobachter und biete Hilfestellungen, wo ich kann und wo sie benötigt werden. Word-Grundlagenkenntnisse werden angewendet, da es integraler Bestandteil der Aufgabe ist. Häufig wird auch ausprobiert (trial & error) und gelegentlich wird meine Hilfe benötigt. Eine Schülerin schaut gerade ein Kurzvideo zur Arbeit mit Tabulatoren. Ich habe sie nicht darauf aufmerksam gemacht. Zuvor fragte sie kurz, ob das in Ordnung gehe. Natürlich geht das in Ordnung!

Ich selbst habe das Gefühl, dass alle Jugendlichen aktiv Texte «schaffen» und sich intensiv mit der Sprache und der formalen Textgestaltung auseinandersetzen. Der Anteil echter Lernzeit ist hoch und die Kooperation funktioniert, da diese digitale und kooperative Arbeitsform bereits häufiger aufgegriffen und thematisiert wurde. Irgendwie gefällt mir die Lektion, auch wenn ich selbst sehr gerne aktiv vor der Klasse stehe. Ich erlebe wieder einmal, wie bei diesem Beispiel die digitalen Möglichkeiten einen klaren Mehrwert generieren.

Auch die Drehbücher lassen sich sehen. Sie sind zumeist einheitlich gestaltet und sprachlich intensiv überarbeitet. Auch sehe ich als Lehrperson relativ deutlich, wo trotz sprachlicher Überarbeitung und Textformatierung nach wie vor Schwierigkeiten vorhanden sind und wo nicht nur die Lernenden, sondern auch Korrekturprogramme an ihre Grenzen stossen.

Das Projekt hinterlässt im Grossen und Ganzen einen stimmigen Gesamteindruck bei mir. Ein Beispieldrehbuch aus der 3. Realstufe und ein weiteres aus der 3. Sekundarstufe offerieren konkrete Einblick in die Arbeit und das Endprodukt.

Apprentissage numérique

Digitaler Fremdsprachenunterricht mit Lernplattformen

Während den vergangenen acht Wochen bin ich mit meiner Klasse im Französischunterricht intensiv in die Welt des digitalen Lernens mit Hilfe von unterschiedlichen Lernplattformen eingetaucht. Nach einer ersten Arbeitsphase ist es nun an der Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen.

Welche Lernplattformen gibt es für den Französischunterricht/Fremdsprachenunterricht?

Es ist nicht ganz einfach, eine Vielzahl von unterschiedlichen und qualitativ ansprechenden Lernplattformen oder Übungssoftwares für den Französischunterricht aufzuzählen. Neben den Lernplattformen, die sich bereits seit geraumer Zeit im Umlauf befinden und Einzug in den Schulalltag gefunden haben wie beispielsweise «Schularena», «Quizlet» oder «On s’entraine» habe ich auch kostenpflichtige Produkte von privaten Unternehmen getestet. Auf Anfrage gebe ich gerne Auskunft über die dabei gemachten Erfahrungen mit den getesteten Plattformen.

Qualitativ gute gratis e-Learning-Plattformen sind aus nachvollziehbaren Gründen nicht ganz einfach zu finden. Ich persönlich arbeite noch gerne mit «Bonjour-de-France». Mittlerweise gibt es eine Reihe von kostenpflichtigen Angeboten, die teils adaptiv und ansprechend/motivierend gestaltet sind. Eine gute Übersicht dazu gibt die Seite «Online-Sprachen-Lernen».

Wie sind solche Lernplattformen aufgebaut?

Neben den wenigen digitalen Lernplattformen, die auf den vorhandenen Lehrmitteln basieren, orientieren sich die meisten Lernplattformen am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeRS). In unterschiedlich gegliederten Unterrichtseinheiten werden meist grammatikalische und teils kommunikative Sprachkompetenzen erworben und gefördert. Die Lernenden können selbstständig nach ihren Interessen und nach ihrem eigenen Rhythmus an den Inhalten arbeiten. Häufig wird dabei zuerst die Theorie präsentiert, bevor Vertiefungs- und Überprüfungsaufgaben gelöst werden können (deduktive Herangehensweise). Die Lehrperson begleitet und unterstützt dabei die Schülerinnen und Schüler im Lernprozess. Bei vielen Lernplattformen gibt es erweiterte Nutzungsrechte für Lehrpersonen, um den Lernprozess der Schüler/innen im Überblick zu behalten.

Einige Vorteile von digitalen Lernplattformen

  • Anregende, motivierende Ergänzung zu den vorhandenen Lehrmitteln
  • Teils ansprechend animierte Videos inklusive Transkribt
  • Förderung der Selbstständigkeit und Selbstorganisation der Lernenden
  • Klare Struktur – häufig benutzerfreundliches und intuitives Layout
  • Transparente Lernzielorientierung (sehr unterschiedlich)
  • Direktes Feedback durch digitale Auswertung (ressourcenorientiertes Arbeiten)
  • Möglichkeiten zur Differenzierung nach Niveau, Interesse, Lerntyp, etc.
  • Wenig Papier
  • Smartphone-kompatible Websites (immer mehr im Umlauf)
  • Je nach Plattform teils erweiterte Nutzungsrechte für Lehrpersonen (Codes für Tests, Übersicht Leistungen und Aktivität der Lernenden, Transkribte, etc.)

Kritische Punkte

  • Als Lehrperson ist es schwierig, beim individualisierten Arbeiten den Überblick zu behalten. Hier bietet sich die Arbeit mit Lernjournalen und Erkenntnisberichten an.
  • Sprechsituationen und Sprechübungen müssen häufig ergänzt werden (der kommunikative Aspekt kommt eher zu kurz)
  • Binäres Auswertungssystem: Es gibt nur «richtig» oder «falsch», es gibt keine halben Punkte (z.B. «accent aigu» vergessen/Einzahl-Plural).
  • Die Lernenden müssen meist ihr eigenes Sprachniveau gut kennen, um gezielt niveaugerechte Aufgaben lösen zu können. Einzelne Lernenden werden hier überfordert sein (hier ist die Unterstützung durch die Lehrperson zentral).
  • Datenintensive Videos: Bei einer schlechten Internetverbindung laden einzelne Dateien nicht oder nur sehr langsam. (schulinterne Unterschiede)
  • Sprachenlernen ist hier teilweise Selbstzweck, was durchaus auch seine Berechtigung aufweist und keinesfalls nur negativ gewertet werden soll. Neueren Entwicklungen der Fremdsprachendidaktik wie dem Communicative Language Approach oder dem Task-Based-Learning (Apprentissage par tâches, acteurs sociaux) wird dabei allerdings wenig Rechnung getragen.
  • Viele Lernplattformen und gratis Übungssoftwares weisen keinen adaptiven Charakter auf (Anpassung an den aktuellen Sprachstand der Lernenden). Es bleibt abzuwarten, ob alternative Angebote wie «Lernpass» ähnliche und/oder erweiterte Möglichkeiten in Bezug auf digitales Lernen bieten.

Digitale Lernplattformen und Übungssoftwares – eine Alternative zum Lehrmittel?

Ja, meines Erachtens kann man sie als Alternative zu den aktuellen physischen Lehrmitteln betrachtet. Hier gilt es zu berücksichtigen, dass sich viele Programme primär am GeRS orientieren. Weiterführende Schulen orientieren sich indes noch stark an den kantonal empfohlenen und/oder teils vorgeschriebenen Lehrmitteln. Die Lernplattformen können somit gut als Ergänzung zu den bestehenden Lehrmitteln eingesetzt werden. Ausserdem bieten sie Möglichkeiten für förderorientierte und individualisierte Unterrichtsgefässe, welche nach dem Prinzip des selbstorganisierten Lernens (SOL) aufgebaut sind.

Meine Klasse hat grundsätzlich ein sehr positives Fazit zur Arbeit mit den digitalen Lernplattformen gezogen.

Exemplarische Aussagen einzelner Schülerinnen und Schüler

  • «Ein grosser Unterschied war, dass wir kaum Zeug brauchten. Sonst war es sehr mühsam mit den Büchern.»
  • «Die spielerischen Aufgaben waren cool. Die Theorie sollte noch auf Deutsch übersetzt werden.»
  • «Ich kann in meinem eigenen Tempo arbeiten.»
  • «Es macht viel mehr Spass am Tablet zu arbeiten, weil man selbstständiger sein muss.»
  • „Die Theorieaufgaben machen mir besonders viel Spass.»
  • «Ein Nachteil ist, dass es einen ganzen Punkt Abzug gibt, wenn man einen Fehler hat.»
  • «Es macht Spass. Man lernt nur elektronisch und nicht mit dem Buch/Heft.»
  • «Es hat ein bisschen viel Text und (fast) keine Videos.»
  • «Ich würde gerne weiterhin so arbeiten, weil meine Motivation mehr da ist und ich sehe meine Fortschritte an den Punkten.»
  • «Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich mehr spielerische Aufgaben erstellen.»
  • «Ich bevorzuge Envol, weil es mehr mit der Klasse ist.»

Videoprojekte im Fremdsprachenunterricht

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Ziel eines jeden Fremdsprachenunterrichts die Förderung von grundlegenden kommunikativen Sprachfertigkeiten sein sollte. Die mündliche Kommunikation (produktiv wie auch rezeptiv) liegt mir dabei besonders am Herzen. Ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz eröffnet den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, sich individualisiert nach ihrem derzeitigen Sprachstand weiterzuentwickeln.

Das Projekt

Ausgehend von den Lehrmitteln «New Inspiration 2» und «Envol 7» gestalten die Lernenden ihr eigenes Videoprojekt, welches zentrale Inhalte der behandelten Unterrichtseinheit aufgreift. Nachdem die dazu notwendigen grammatikalischen Strukturen und das grundlegende Vokabular erarbeitet wurden, erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, diese Sprachstrukturen in einer (halb-)authentischen Kommunikationssituation zu festigen und zu vertiefen. Die Lernenden wurden durch einen Mündlich Prüfung Videos U7 unterstützt, wobei die Handlungsanweisungen stets Platz für Kreativität und individuelle Umsetzungsmöglichkeiten liessen.

Zeitlicher Rahmen

Den Lernenden wurde zur Planung und Realisierung der Videoprojekte zwischen drei und fünf Lektionen zur Verfügung gestellt. Dieser zeitliche Rahmen erwies sich bereits bei mehreren Videoprojekten als optimale Grundlage für eine sauber strukturierte und sprachlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Projekt. Vielfach wurden die Videos selbst dann in der Freizeit an speziellen Orten und Schauplätzen gedreht.

Hilfestellungen

  • Der Leitfaden

Der Leitfaden verweist explizit nochmals auf behandelte Theorieseiten im Lehrmittel, die bei der Planung hilfreich sein könnten. Des Weiteren schafft er Transparenz bezüglich den Leistungserwartungen und verleiht den Videos eine einheitliche Struktur mit Möglichkeiten zur Individualisierung.

  • Die Lehrperson

Da die Schülerinnen und Schüler während des Projektes sehr selbstständig arbeiten, hat die Lehrperson die Möglichkeit, die einzelnen Gruppen binnendifferenziert zu unterstützen.

  • Das Tablet

Die meisten Lernenden schreiben die schriftliche Version des gesprochenen Textes auf dem Tablet nieder. Auch hier zeigt sich der individuelle Zugang zu bereits bekannten Softwareprogrammen oder technischen Unterstützungsmöglichkeiten: Während einige Gruppen gemeinsam auf Microsoft OneNote am Text schreiben, verwenden andere Microsoft Word mit der integrierten Sprachkorrekturfunktion. Wiederum andere Gruppen verwenden Apps/Internetseiten wie leo.org oder linguee.de zur sprachlichen Unterstützung. Auch die Aussprachefunktion von leo.org wird von den Lernenden häufig verwendet.

Da es bei den ersten Versuchen noch vermehrt vorkam, dass einzelne Gruppen Google-Translate als neuen besten Freund entdeckten, stellte ich den Lernenden nach einer gewissen Zeit den DeepL-Translator vor. Dabei thematisierten wir die Tücken und sprachlichen Grenzen eines solchen Übersetzungsprogrammes, allerdings auch das Lernpotenzial hinsichtlich Wortschatzarbeit, Verwendung von Synonymen und Erwerb von sprachlichen Grundstrukturen. Dabei gefällt mir persönlich besonders, dass der DeepL-Translator auch alternative Sprachvarianten aufzeigt und dass jedes übersetzte Wort angeklickt werden kann, damit einem zahlreiche, meist kontextrelevante, Synonyme empfohlen werden. Grundsätzlich teile ich den Lernenden jedoch stets mit, dass sie in erster Linie mit ihren vorhanden sprachlichen Kompetenzen arbeiten sollen und dass ich nichts erwarte oder voraussetze, was wir nicht auch bereits im Unterricht behandelt haben.

  • Das Smartphone

Die Schülerinnen und Schüler benutzten das Smartphone in erster Linie für die Videoaufnahmen. Mit Apps wie VivaVideo, VideoCutter oder VideoShow haben einige Gruppen ihre Videos mit zusätzlichen Effekten aufgemotzt. Da wir die Apps während des Unterrichts nie thematisiert haben, habe ich den Gruppen freigestellt, ihre Videos zusätzlich zu bearbeiten. Obwohl die zusätzliche Bearbeitung mit einem zeitlichen Zusatzaufwand verbunden war und keineswegs bewertungsrelevant war, entschieden sich viele Lernende dazu, diese Zusatzarbeit freiwillig zu leisten.

Positive Aspekte der Videoprojekte

  • Freude und Individualisierung beim Fremdsprachenerwerb
  • Förderung von überfachlichen Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Eigenständigkeit, Kooperations- und Problemlösefähigkeit
  • Möglichkeiten eines interdisziplinären Ansatzes mit weiteren Fachbereichen (z.B. Medien- und Informatik, Geschichte, Lebenskunde, etc.)
  • Die Videoprojekte mindern Hemmungen bei der mündlichen Kommunikation im Fremdsprachenunterricht; besonders im Fach Französisch, da die Lernenden die Möglichkeit haben, sich selbst anhand der gedrehten Videos zu analysieren, zu reflektieren und zu verbessern, falls sie mit dem Endprodukt nicht zufrieden sind.
  • Eine hohe Motivation und Kreativität seitens der Lernenden im Umgang mit Fremdsprachen
  • Ein persönlicher Zugang zur Sprache (emotionale, motivationale und volitive Faktoren)
  • Hohe Schüleraktivität: Fremdsprache als Verständigungssprache auch während der Planung und Realisierung der Videos
  • Erwerb, Festigung und Vertiefung von sprachlichen Strukturen
  • Kennenlernen von kulturellen Eigenheiten der Zielsprache je nach Videoprojekt und Schwerpunkt

Mögliche Stolpersteine

  • Blindes Vertrauen in Sprachassistenten und Übersetzungsprogramme wie Google Translate oder DeepL
  • Grösse der Videodatei beim Verschicken – USB-Stick, Komprimierung evtl. thematisieren oder Arbeit mit einer Cloud
  • Aufwendige Nachbearbeitung der Videos – auch wenn sie freiwillig ist, viele Gruppen haben hier sehr viel Zeit investiert

Eindrücke gefällig?

Hier ein kleiner Auszug aus einem längeren Video meiner 2. Realklasse 🙂